Ein Verdienst der Klasse 9b …

Agnes Gierck wurde in die Hamburgische Biografie aufgenommen!

Dies ist auch ein Verdienst der Klasse 9b, die – seinerzeit in Klasse 5 – durch umfangreiche Recherchen über die Widerstandskämpferin die Bedeutung diese Langenhorner Persönlichkeit herausgestellt hat.

Die Hamburgische Biografie ist ein biografisches Nachschlagewerk, das seit 2000 von der Arbeitsstelle für Hamburgische Geschichte der Universität Hamburg erarbeitet wird. Aufgenommen werden verstorbene Persönlichkeiten, deren Wirken die Geschichte Hamburgs maßgeblich geprägt hat.

In dem nun erschienenen 6. Band ist – neben Loki Schmidt – auch die ehemalige Langenhornerin Agnes Gierck aufgenommen worden:

Agnes Gierck war 1934 verhaftet worden, weil sie laut Anklageschrift illegale Zeitungen vertrieben und als Kassiererin für die KPD und die „Rote Hilfe“ in Langenhorn gearbeitet hatte. Vom Hamburger Oberlandesgericht wurde Agnes Gierck wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Volksverhetzung“ zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Als 1997 eine Anwohnerinitiative die Umbenennung des (nach dem für seine Menschenversuche berüchtigten NS-Arzt Peter Mühlens) benannten Peter-Mühlens-Wegs forderten, entschied man sich dafür, die Straße nach Agnes Gierck zu benennen,  da neue Straßen nach Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus benannt werden sollten.

Anlässlich der Feier zur Straßenumbenennung sagte der Ortsamtsleiter jedoch in seiner Rede, „im klassischen Sinne“ sei Agnes Gierck keine Widerstandskämpferin gewesen.

Als die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Klasse 5b (heute 9b)  bei ihren Recherchen für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten auf diesen Satz stießen, gaben sie keine Ruhe, bis der damalige Bezirksamtsleiter Kopitzsch zu ihnen in die Klasse kam – und ihnen bezüglich der Leistung von Agnes Gierck voll zustimmte. Gemeinsam mit einer Enkelin von Agnes Gierck, die sie selbstständig aufgespürt hatten, rekonstruierten die Kinder die Geschichte der einfachen Arbeiterfrau  Agnes Gierck.

Für ihre sehr sorgfältigen Recherchen erhielt die damalige 5b einen Hamburger Landespreis und einen 3. Bundespreis im renommierten Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.  Das Engagement der Kinder wurde außerdem mit dem Bertini-Preis belohnt (vgl. hier) sowie einer Auszeichnung im Wettbewerb Demokratisch Handeln (vgl. hier).

Die mit den Wettbewerbserfolgen der Kinder verbundene Publizität führte schließlich dazu, dass Agnes Gierck im Januar 2010 in die im Hamburger Rathaus gezeigte Ausstellung über Widerstand und Verfolgung in Hamburg 1933–1945 aufgenommen wurde und damit ohne Einschränkung als Widerstandskämpferin anerkannt wurde.

Die Tatsache, dass Agnes Gierck jetzt in die Hamburgische Biografie aufgenommen worden ist, ist ein weiteres Ergebnis der Arbeit der jetzigen Klasse 9b.

Dr. Elke Hertel