Stevns Klint 2018

In der Zeit vom 13.–15. September 2018 findet für unsere Nachwuchsforscherinnen und -forscher wieder eine „Kleine Forscherfahrt“ statt. In diesem Jahr führt die 3-tägige Exkursion nach Dänemark auf die Insel Seeland (Sjælland). Das Team Fides Münstermann, Simon Ament und Leif Kendelbacher wird dort in Begleitung ihres Betreuungslehrers Wolfgang Fraedrich und in Zusammenarbeit mit dem Paläontologen und Kurator für Geologie am Geomuseum Faxe (DK), Jesper Milàn, die Feldarbeit für ihr neues Schüler experimentieren-Projekt durchführen.
Gearbeitet wird an der Steilküste „Stevns Klint“, die dadurch weltbekannt ist, weil hier die Grenzschicht zwischen der Kreidezeit und dem Paläogen (Tertiär) aufgeschlossen ist. Diese dokumentiert den atmosphärischen Niederschlag nach dem Impakt eines etwa 10 km im Durchmesser großen Meteoriten vor 66 Millionen Jahren in der Region des heutigen Mexiko, der nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig das Leben auf der Erde völlig verändert hat.
Fides, Simon und Leif werden sich auf die Spurensuche im Gestein begeben. Der Feldarbeit wird die Laborarbeit folgen. Hierfür ist die bewährte Kooperation mit der Universität Hamburg und dem Schülerforschungszentrum Hamburg vorgesehen.

Das Nachwuchsforscherprojekt wird finanziell unterstützt durch die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg.

 

Donnerstag, 13. September 2018
Wir haben uns heute morgen um 7:00 Uhr an der Schule getroffen, schnell noch die roten Schutzhelme aus MK 11 geholt und sind dann um 7:10 Uhr losgefahren. Nach gemütlicher Fahrt über Bad Oldesloe und dann auf der A 1 waren wir um 9:15 Uhr in Puttgarden auf Fehmarn.
Unsere Fähre nach Rødby fuhr pünktlich um 9:45 Uhr los, weitere 45 min. später legte sie im dänischen Hafen auf der Insel Lolland an. Von Rødby aus ging es dann noch einmal rd. 100 km weiter in Richtung Kopenhagen auf die Insel Sjælland bis nach Faxe. Den kleinen beschaulichen Ort erreichten wir um 11:45 Uhr. Es bleib noch etwas Zeit bis zum Treffen mit Jesper Milàn, dem Curator für Geologie am Geomuseum Faxe.

Während der Überfahrt nach Dänemark

So hatten wir dann die Möglichkeit, das kleine Museum erst einmal auf eigene Faust zu erkunden. Nachdem Jesper dann eingetroffen war und wir uns begrüßt hatten, erläuterte er uns die Entwicklungsgeschiche der Landschaft und stellte uns eine Vielzahl von einst lebenden Tieren vor. Während der Kreidezeit war es deutlich wärmer auf der Erde als heute, Eis gab es zumeist gar nicht. Hinzu kam ein außergewöhnlich starker Vulkanismus über weit mehr als 100.000 Jahre hinweg, der das Ökosystem Erde mit Unmengen ausgestoßener Vulkanasche massiv belastete … – bis etwa 66 Mio. Jahre vor heute die Erde mit einem großen Meteoriten zusammenprallte.
Mehr als 50 % der damals lebenden Arten überlebten durch die Folgen dieser beiden Ereignisse (Vulkanismus und Impakt) nicht, darunter auch die Saurier.
Jesper hatte uns all dies in einem gut verständlichen Englisch erläutert, auch für Achrklässler war die Verständigung kein Problem. Nach etwa einer Stunde verabredeten wir uns für die Exkursion am nächsten Tag.

Blick von einer Aussichtsplattform in Dänemarks größtes Tagebaugelände

Wir sind danach zunächst in den großen Kalksteinbruch von Faxe hinabgestiegen und haben nach Makrofossilien Ausschau gehalten. Es war keine Schwierigkeit, Reste von Korallen, Schnecken und auch Muscheln zu finden, wenn auch keine komplett erhaltene Fossilien. Aber dieser Erkundungsgang in den „paläogenen Bryozoenkalk“, der sich nach dem Ende des Impaktereignisses zu bilden begonnen hatte, war für das Team nur der erste Aufgalopp, um einen Blick für das Gestein zu entwickeln.

Ein Gruppenfoto darf auf keiner Reise fehlen

Gegen 15:00 Uhr fuhren wir dann in unser Quartier (Dada’s Bed & Breakfast) und checkten ein. Nach einer Pause ging es dann um 16:30 Uhr wieder los. Das Ziel war zunächst das 6 km entfernte Højerup mit seiner „Højerup Gamle Kirke“. Dort erreichten wir erstmals Stevns Klint und bekamen einen eindrucksvollen Einblick in den geologischen Aufbau der heutigen Küstenlandschaft. Wir gingen über eine extrem steile Treppe hinab an die Küste und wanderten dann entlang des Kliffs etwa 1 km nach Norden und wieder zurück, zumeist mit dem Blick auf die Kreide, um nach Makrofossilien Ausschau zu halten.

Eine sehr sichere Treppe mit 89 Stufen, aber von gewöhnungsbedürftiger Steilheit

Stevns Klint

Allenthalben sind Bruchstücke von Fossilien zu finden – hier eine Muschel

Blick entlang der Steilküste

Wieder oben angekommen konnten wir eine Rettungsübung auf See verfolgen, bei der zunächst zwei Personen aus einem Helikopter nach unten ins Meer abgeseilt wurden, die nach einiger Zeit und dem geschickten Anfliegen der Bergungstelle wieder hochgehievt wurden.

Rettungsübung auf See

Nach getaner Arbeit

Es war schon 18:15 Uhr, als wir dann nach Rødvig fuhren, das weitere 6 km weiter südwestlich liegt. In der kleinen Hafenstadt haben wir schließlich zu Abend gegessen.

Der Flintofen in Rødvig

Die Sonne war schon hinter dem Horizont verschwunden, als wir uns auf den Heimweg machten. Um 20:30 Uhr waren wir zurück und ließen den Abend individuell ausklingen.

 

Freitag, 14. September 2018
Der heutige Tag begann mit dem schönen Wetter so, wie der Abend gestern zu Ende gegangen war.
Um 8:15 Uhr hatten wir uns fürs Frühstück getroffen, das ausgiebig war und keinen Wunsch offen ließ. Entsprechend Zeit haben wir uns genommen.
Um 9:30 Uhr sind wir dann losgefahren. Das erste Ziel war der südlichste Teil von Stevns Klint im Abschnitt östlich von Rødvig.

Blick auf den südlichsten Abschnitt von Stevns Klint

Wir sind etwa 1 km an der Küste entlang gegangen, um dann die Stratigraphie des Kliffs aufzunehmen (Fotos, Zeichnungen bzw. Skizzen) und auf einer Mächtigkeit von insgesamt rund 2 m beiderseits der so genannten K/P-Grenze Schicht für Schicht zu beproben. Das Probenmaterial ist von Bedeutung für die Laboranalysen des Gesteins.

Nahaufnahme der so genannten Fischtonschicht, diese dokumentiert die Grenze der erdgeschichtlichen Epochen Kreide und Paläogen (Tertiär), stellt die K/P- bzw K/T-Grenze dar

Das Nachwuchsforscherteam nach getaner Arbeit am Kliff

Etwa gegen 11:30 Uhr waren wir am Auto zurück und fuhren nach Norden bis zum Ort Sigerslev. Zwischen Ort und Stevns Klint erstreckt sich ein großes Kalksteinbruchgelände (Omya Stevns Kridtbrud). Pünktlich num 12:00 Uhr trafen wir uns oberhalb der Grube an einem View Point mit Jesper Milàn vom Geomuseum Faxe, der mit uns ins Gelände ging und auch dort viele interessante Informationen zum Kalkstein im Kliff mitteilen konnte. Er unterstützte/beriet das Nachwuchsforscherteam beim Beproben der Schichten und fand auch das eine oder andere Fossil.

Blick von Westen in den Kalksteinbruch

Bei der Arbeit im Gelände – hier im Kalkstein oberhalb der K/P-Grenze

Das Nachwuchsforscherteam mit Jesper Milàn

Etwa gegen 14:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Jesper. Wir selbst fuhren einige Kilometer in Richtung Süden, um uns die Leuchttürme der Jahre 1818 und 1878 anzusehen (Stevns Fyrcenter). Den hoch aufragenden Leuchtturm haben wir über 101 Stufen dann auch bestiegen und von dort aus nicht nur einen Rundblick auf Sjælland gehabt, sondern aufgrund der extrem guten Sicht auch die Südwestküste Schwedens mit der Beltüberquerung sehen können. Währernd des Zeitalters des Kalten Krieges war hier auch ein wichtiger Radarposten der Nato.

Blick von der rundum begehbaren Aussichtsplattform des 1878 in Betrieb genommenen Leuchtturms

Da sich inzwischen der Hunger bemerkbar gemacht hatte, ging es zunächst zur Mittagspause in die Pizzeria Castello in Store Heddinge und von dort dann weiter nach Højerup. Wie schon am Vorabend ging es die steile Treppe hinunter zum Klifffuß, um nun systematisch die Stratigraphie von Stevns Klint in diesem Abschnitt zu dokumentieren.

Stevns Klint bei Højerup – deutlich zu erkennen sind die weißen Kreideschichten im unteren Bereich und die darüber liegenden gelblicheren Kalksteine des ältesten Paläogen

Reste eines Seeigels, der gegen Ende der Kreidezeit starb und im Kieselschlamm eingebettet wurde

Nach getaner Arbeit ging es schließlich zurück ins Quartier, das wir gegen 18:00 Uhr erreichten. Bei einem kurzen Einkauf bei „Min Købmand“ versorgten wir uns mit allem fürs kalte Abendessen, zu dem wir uns dann um 19:30 Uhr unten in der Küche trafen.
Um 21:00 Uhr zogen wir uns auf die Zimmer zurück und konnten auf einen gelungenen Tag zurückblicken, in dessen Verlauf wir das vorgesehene Programm bei bestem Wetter absolviert hatten.

 

Samstag, 15. September 2018
Da bereits am Vortag – das sehr gute Wetter war uns entgegengekommen – die Projektarbeit mehr als erfolgreich abgeschlossen werden konnte, bot sich für den Tag unserer Rückreise noch ein Abstecher zum Kreidefelsen der Insel Møn (Møns Klint) an. Ähnlich wie noch weiter südlich in der Ostsee auf der Insel Rügen ragt auch hier die Kreide steil aus der Ostsee heraus, auf Møn sogar bis zu 143 m.

Wir hatten uns um 8:30 Uhr zum Frühstück getroffen und fuhren um 9:40 Uhr los. Nach knapp eineinhalb Stunden kamen wir am Geozentrum in Møn an. Für einen Besuch der Ausstellung im Geozentrum selbst hatten wir nicht genügend Zeit, auch nicht für einen Abstieg hinunter zum Strand (allein der Abstieg über eine gut ausgebaute Treppe dauert 15 min., der Aufstieg entsprechend länger). Dafür erwanderten wir in einem gut eine Stunde dauernden Rundgang auf der Oberkante des Kliffs den einen oder anderen sehenswerten Ausblick auf das hoch aufragende Kliff und die grünlich schimmernde Ostsee.

Der Klippenrandweg …

… bietet faszinierende Aussichten

Um 12:15 Uhr ging es dann weiter nach Rødbyhavn zur Fähre nach Puttgarden, um 13:45 Uhr mussten wir dort sein, um 13:40 Uhr reihten wir uns in die wartenden Fahrzeuge ein. Um 14:15 Uhr legte die Fähre pünktlich ab und erreichte nach ihrer 45-minütigen Fahrt Puttgarden.

Blick zurück nach Rødby …,

… die erste Forscherfahrt nach Dänemark war sehr erfolgreich

Ohne Stopp ging es dann weiter üner die A 1 und Bad Oldesloe zurück zur Schule, die wir um 16:50 Uhr erreichten.

Die 3-tägige „Kleine Forscherfahrt“ haben wir erfolgreich und wie geplant abgeschlossen. Die Geländearbeit lief optimal, was nun folgt, sind umfangreiche Laboranalysen, bis dann Anfang 2019 die Ergebnisse präsentiert werden können.

Unser Dank geht noch einmal an Jesper Milàn vom Geomuseum Faxe, der uns nicht nur vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stand, sondern uns auch ermöglichte, alles Gestein, was wir für die Laborarbeit benötigen werden, zu beproben. Ebenfalls danken wir der Behörde für Schule und Berufsbildung für die finanzielle Unterstützung bei der Durchführung des Projekts.

Zuletzt aktualisiert am 15. September 2018

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