Iceland 2022

Zwei Schüler und eine Schülerin aus dem S 2 reisen als Projektteam in der Zeit vom 23.–26. Juni 2022 gemeinsam mit Herrn Fraedrich nach Island. Im Verlauf ihres Projekts dienen Ergebnisse, die während der 2018 und 2019 durchgeführten Forschungsreisen erarbeitet wurden, als Basis für ein neues Forschungsprojekt. Mariella Golic, Shihab Atwa und Kevin Jendrzej (alle aus dem Profil „Dynamische Erde“) arbeiten schon seit März wöchentlich im Schülerforschungszentrum Hamburg, um mit Unterstützung und Beratung durch einen Informatiker einen Weg zu entwickeln, um zunächst Unmengen von Daten über die Erdbebentätigkeit in ganz Island für die Region herausfiltern zu können, in der sich von März bis Oktober 2021 einer der stärksten Vulkanausbrüche in Island in historischer Zeit ereignet hatte. Ziel des Projekts ist es, die Erdbebentätigkeit vor dem Ausbruch im März 2021 zu analysieren, diese mit den Tätigkeiten vor den größeren Ausbrüchen 2010 und 1996 zu vergleichen und in Island eigene Beobachtungen und Temperaturmessungen im Hochtemperaturgebiet Krysuvík und im Bereich des 2021 entstandenen Lavafeldes zu machen.

Und hier sind die Tagesberichte

Donnerstag, 23. Juni 2022

Die Reise begann bereits tags zuvor mit der Ankündigung, dass der Abflug aus Hamburg von 14:10 Uhr auf 21:20 Uhr verlegt worden ist. Dadurch ging bereits ein halber Tag verloren, umso mehr muss an den folgenden Tagen gepowert werden.

Wir trafen uns um 19:15 Uhr im Terminal 1 des Hamburger Flughafens und es dauerte nicht mal eine halbe Stunde, bis wir nach dem Check In und dem Security Check am Gate A 41 waren.

Warten aufs Boarding am Gate 41 in Hamburg

Der Flug ging dann letztlich wie geplant los, um 22:30 Uhr Ortszeit (= MESZ -2 Std.) landeten wir pünktlich in Keflavík.

Im Terminalgebäude des Keflavík International Airport

Das Gepäck war in kurzer zeit da, das Auto war schnell angemietet und dann ging’s hinaus in das windig und nach den 30 °C in Hamburg ungewohnt kühle Island (7 °C). Unseren Hyundai Tucson Automatic hatten wir dann auch schnell gefunden, die 7 km bis zu unserer Unterkunmft, einer liebevoll eingerichten Ferienwohnung in Keflavík, waren in wenigen Minuten zurückgelegt. Nach kurzem Spaziergang im Hellen um Mitternacht (die Sonne verschwindet nur wenige Stunden knapp unter den Horizont) ging es dann um 1:00 Uhr nachts (Ortszeit) ins Bett. Der nächste arbeitsreiche Tag wird folgen.

Erste gesammelte Eindrücke in Bildern

Freitag, 24. Juni 2022

Nach kurzer Nacht begann der Arbeitstag um 8:30 Uhr, als wir mit dem Auto Richtung Krýsuvík starteten. Ein kurzer Zwischenstopp in Grindavík bot die Gelegenheit für ein Frühstück mit (getoasteten) Sandwiches.
In Krýsuvík angekommen begannen auch sehr bald die Temperaturmessungen in einem der bekanntesten Hochtemperaturgebiete Islands. Mit dem Einsatz der Wärmebildkamera bietet sich die Gelegenheit, die Temperaturen an der Erdoberfläche und in Mudpools auch aus respektvollem Abstand zu messen.

Panorama des Hochtemperaturgebiets
Gruppenbild
Eines der vielen Messergebnisse

Nach ca 2. Std. war die Arbeit dort bereits beendet und es ging zunächst zurück in Richtung Grindavík. Allerdings parkten wir unterwegs, um von dort aus das Lavafeld der Eruption des Jahres 2021 zu erwandern. Ziel war es, an verschiedenen Stellen Gesteinsproben zu entnehmen, um diese später im Labor genauer analysieren zu können. Sie werden Aufschluss über die vulkanische Tätigkeit und die Herkunft des Magmas geben; damit werden Daten gewonnen, die im Zusammenhang mit der Erdbebentätigkeit betrachtet werden. Auch wenn uns die spektakulären Eindrücke des Vorjahres (vgl. hier) verwehrt blieben, diese Landschaft zu erleben, ist einfach nur eindrucksvoll.

Blick auf den jungen Schweißschlackenkegel des Fagradalsfjall
Erstarrte Lavaströme
Das äußerste Ende der Lavazunge im Nátthagi-Tal

Nach viereinhalb Stunden, steilen Auf- und Abstiegen auf unwegsamem Gelände und mit insgesamt sieben Gesteinsproben im Rucksack erreichten wir wieder unser Auto.

Es ging weiter ins Salthusid in Grindavík, um dort zunächst eine warme Mahlzeit einzunehmen. Von Grindavík aus fuhren wir entlang der Westküste der Halbinsel Reykjanes. Wir parkten am Hochtemperaturgebiet Gunnuhver, wanderten von dort aus zum Leuchtturm Reykjanestá und zurück. Von dort hatten wir bei strahlendem Sonnenschein einen hervorragenden Blick über das Hochtemperaturgebiet mit seinem geothermalen Kraftwerk. Die letzte Station der Tagesexkursion war Miðlina, die Brücke zwischen Nordamerika und Eurasien.

Die stark schwefelwasserstoffhaltigen Dämpfe machten das Atmen schwer
Der Leuchtturm Reykjanestá
Miðlina, die Brücke zwischen zwei Kontinenten

Gegen 20:00 Uhr erreichten wir wieder unsere Unterkunft. Die Gesteinsproben wurden noch einmal sortiert und auf Vollständigkeit geprüft und dann war Entspannung angesagt … – bis 23:30, denn dann brachen wir noch einmal auf, um den Sonnenuntergang um 00:01 zu beobachten. Hierfür fuhren wir an die Nordwestspitze der Halbinsel Reykjanes bei Garður und konnten dort, am Leuchtturm vorbei, die untergehende Sonne und den hellen Nachthimmel bis etwa 01:00 Uhr verfolgen, bevor es dann wieder in die Unterkunft zurückging und die Nachtruhe einkehrte.

23:55 Uhr
Blick in den nachthimmel beim (frisch gestrichenen) Leuchtturm aus dem Jahr 1897
Blick über den Atlantik in Richtung Nordwesten – am Horizont ist der vom Gletschereis bedeckte, 1446 m hohe Vulkan Snæfellsjökull

Samstag, 25. Juni 2022

Nachdem es gestern um die Details ging, war es heute das große Ganze. Wir starteten um 9:10 Uhr.
Um mehr über die Geologie Islands erfahren zu können, bietet sich immer die sog. Golden Circle Tour an, in deren Verlauf die Abbruchkante im Scheitelgraben des Mittelatlantischen Rückens im Nationalpark Þingvellir, das Geysirfeld im Haukadalur und der Gullfoss, ein imposanter Wasserfall besucht werden. Die Plattentektonik als Ganzes, aber auch die geothermalen Aktivitäten aufgrund oberflächennahen Magmas und die Erosionstätigkeit durch fließendes Wasser standen heute stellvertretend für die geologische Vielfalt Islands, die in ihren Grundzügen zunächst verstanden werden muss. Und dies nach dem Motto „Je anschaulicher, desto einprägsamer!“

Blick nach Südwesten über den Þingvallavatn
Eruption des Geysirs Strokkur
Konungshver – eine der vielen heißen Quellen im Haukadalur
Blick auf den Gullfoss

Vom Gullfoss ging es dann zurück nach Reykjavík. Im Restaurant des Perlan aßen wir zunächst, bevor wir von der Rundumterrasse einen Blick auf Reykjavík hatten und anschließend die Ausstellungen zu verschiedenen Themen (Geologie, Ökologie) besichtigt haben. Um 18:15 Uhr ging es von dort zurück nach Keflavík.

Unter der Glaskuppel des Perlan befinden sich auf zwei Ebenen Restaurants
Blick von der Rundumterrasse des Perlan nach Norden auf Reykjavík
Impressionen von Tag 3

Sonntag, 26. Juni 2022

Der Wecker klingelte um 5:00 Uhr, schnell waren die restlichen Utensilien im Koffer verstaut, das Gepäck im Kofferraum des Fahrzeugs und die Ferienwohnung soweit aufgeräumt – dann ging’s auch schon zum Flughafen, der von uns aus nur 4 km entfernt lag. Wir gaben das Fahrzeug zurück und gingen zum nahe gelegenen Terminalgebäude zu Fuß, in dem man vor lauter Menschen kaum noch etwas anderes sah. Lange Schlangen vor den Check-In-Schaltern jagten uns erst einen Schreck ein, aber in Keflavík kann man sich auch problemlos selbst einchecken, also die Bordkarte und das Gepäckband ausdrucken und dann den Koffer selbst aufgeben. In nicht einmal 10 min. hatten wir alles erledigt und passierten ohne nennenswerte Wartezeit trotz großen Andrangs den Sicherheitscheck – es ging einfach zügig, weil alle Schalter besetzt waren.
Unser Flugzeug hob zwar mit leichter Verspätung in Keflavík ab, aber letztlich landeten wir nach ruhigem Flug um 13:40 Uhr Hamburger Zeit. Dort allerdings stellten wir uns auf dem Rollfeld erstmal in Warteposition, weil das Gate noch durch ein anderes Flugzeug blockiert war. Aber auch die Wartezeit und die für die Ankunft des Gepäcks blieben noch im erträglichen Rahmen.

Warten auf dem Rollfeld in Hamburg
Das Entladen des Gepäcks von der Besucherterrasse aus beobachtet:
der Arbeitseifer der beiden Herren blieb wohl in sehr überschaubarem Rahmen

Eine kurze, aber intensive und erfolgreiche Jugend-forscht-Forschungsreise war zu Ende!

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