Iceland 2019

In der Zeit vom 15.–18. Juli 2019 hat – mitten in den Hamburger Sommerferien – erneut eine Forschungsfahrt nach Island stattgefunden. Bei dieser Exkursion hatten die drei Schülerinnen das Ziel, die während der Reise vom Juni 2018 begonnenen Forschungsarbeiten fortzusetzen. Zwar haben sie erste Ergebnisse bereits beim Wettbewerb Jugend forscht im Frühjahr 2019 vorstellen können, doch die Anlage der beiden Projekte ist komplexer und daher sind sie nur in mehreren Etappen zu bewältigen. Zudem haben die ersten Ergebnisse neue Fragen aufgeworfen, auf die nun eine Antwort gesucht wird. Die viertägige Forschungsfahrt führte in verschiedene Hochtemperaturgebiete im Südwesten Islands.

Und hier sind die Tagesberichte

Montag, 15. Juli 2019

Wie schon vor Beginn der Sommerferien verabredet, haben wir uns im Terminal 1 des Hamburger Flughafens um 12:00 Uhr getroffen. Der CheckIn war schon am Tag vorher erledigt, sodass nur noch unsere Gepäckstücke aufgegeben werden mussten. Da auch der Security-Check zügig und problemlos ablief, hatten wir noch eine gute halbe Stunde Zeit bis zum Boarding.

Warten auf den Abflug am Hamburger Flughafen

Um 14:10 Uhr hob unser Flieger in Richtung Keflavík ab und nach etwas mehr als drei Flugstunden landeten wir auf Islands internationalem Flughafen.

Im Anflug auf Island – Islands höchster Berg (2.210 m), der Hvannadalshnúkur, Teil des Öræfajökull-Vulkanmassivs

Kurz vor der Landung – Blick auf den kleinen Ort Garður

Dann das übliche Prozedere: Warten auf das Gepäck (ging zügig) und Anmieten des Leihfahrzeugs (ging auch zügig). Schließlich waren wir gegen 16:45 Uhr Ortszeit (= – 2 Std. zur MESZ) in unserem Hotel in Keflavík (genauer Ásbrú bei Keflavík), dem Base Hotel. Es dauerte einen Moment, bis wir in unsere Zimmer konnten, aber dennoch ging es schon bald wieder los – geländefertig angezogen Richtung Süden entlang der Westküste der Halbinsel Reykjanes ins Hochtemperaturgebiet Gunnuhver, wo die ersten Proben genommen wurden.

Probennahme im Hochtemperaturgebiet Gunnuhver
Gruppenbild in Gunnuhver

Anschließend fuhren wir nach Grindavík. Da es gefühlt schon 21:30 Uhr war, machten wir einen Stopp zum Abendessen im „Salthusid“ in Grindavík. Verschiedene Burger mit Beilagen sowie Fish & Chips standen auf dem Speiseplan.

Geplant war die Weiterfahrt bis nach Krýsuvík für die Entnahme weitere Proben an heißen Quellen, doch die Batterie unseres Fahrzeugs hatte inzwischen scheinbar den Geist aufgegeben. Der Chef des Restaurants half uns weiter, fuhr zur nächsten Tankstelle, besorgte die notwendigen Überbrückungskabel und mit der Hilfe zweier Besucher des Fußballspiels, das im benachbarten Stadium von Grindavík gerade zu Ende gegangen war, konnten wir unseren Wagen wieder starten. Wie unkompliziert und freundlich die Isländer sein können, hat sich hier aufs Beste gezeigt!

Um aber nicht bei nächst bester Gelegenheit wieder liegenbleiben zu müssen, fuhren wir lieber zurück, tauschten den Wagen problemlos aus und waren um 22:30 Uhr Ortszeit (0:30 MESZ) „bettfertig“. Der morgige Tag wird lang, denn die Reise wird bis ins Geysirfeld im Haukadalur führen.

Dienstag, 16. Juli 2019

Der Tag begann mit dem gemeinsamen Frühstück um 8:30 Uhr. Um 9:45 Uhr ging es dann auf den Weg. Umkehrpunkt unserer über 300 km langen Tagesexkursion war das Geysirfeld im Haukadalur. Doch der Reihe nach.

Erster Anlaufpunkt war einer der größten Lavatunnel Islands (www.thelavatunnel.is). Sein einstündiger Besuch diente zwar direkt keinem der beiden Projekte, gab aber einen Einblick in den isländischen Vulkanismus mit all seinen Facetten – und dieser übt immer wieder aufs Neue Faszination aus.

Blick in den ersten Abschnitt des 5200 Jahre alten Lavatunnels – hier fehlte noch ein Stück seines Dachs
Entlang der Wand lassen sich zahlreiche Spuren des einstigen unterirdischen Lavaflusses erkennen
Das Gruppenfoto durfte natürlich nicht fehlen


2018 noch ein See, inzwischen ein fast ausgetrocknetes Becken, in dem es aber nach wie vor zahlreiche „mudpools“ gibt

Vom Lavatunnel ging es zurück auf die Ringstraße Nr. 1, auf der bis zunächst nur bis zum Geothermalfeld Hengill fuhren. Hier erfolgte die erste Wasserprobenentnahme.

Eine der vielen heißen Quellen
Gruppenfoto in Hengill

Der nächste Zwischenstopp war die kleine Stadt Hveragerdi. Sie ist bekannt für die vielen heißen Quellen und Austrittsstellen für heißen Wasserdampf, weshalb sich die Siedler einst diesen Flecken Erde auch ausgesucht haben. Wir haben uns dieses Phänomen auch aus nächster Nähe angesehen und sind einmal an das Nordende des Ortes gefahren, um das eindrucksvolle Panorama zu genießen.

Hveragerdi

Dann ging es weiter auf der Straße 1 und dann auf der Straße 35 ins Haukadalur. Den Regen, den wir während unserer Fahrt dorthin erlebt haben, gab es immer nur für kurze Zeit, umso eindrucksvoller war das Bild der tief hängenden Wolken über der Landschaft, die allerdings die in dieser Region besondere Fernsicht verhüllten.

Im Geysirfeld angekommen wurden an zwei weiteren Stellen Proben entnommen, u. a. auch dem großen Geysir. Wir beobachteten noch einige Eruptionen des aktiven Geysirs Strokkur, bevor wir uns auf den Rückweg über Thingvellir machten.

Beginn einer Strokkureruption

Dort kamen wir erst gegen 17:45 Uhr an, sodass die zahlreichen Tagestouristen längst wieder abgereist waren. Auf einem etwa 3 km langen Rundweg besuchten wir den Öxararfoss, einen Wasserfall, der in den Scheitelgraben des Mittelatlantischen Grabens hinabstürzt, und u. a. auch das Spaltensystem Silfra mit seinem tiefblauen Wasser.

Öxararfoss
Gruppenfoto vor dem Öxararfoss

Gegen 19:00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg in Richtung Reykjavík, zunächst auf der Straße 37, dann der 365 und schließlich der 36, die nordöstlich von Reykjavík in die Ringstraße einmündet. Unser Ziel in Reykjavík war das Restaurant American Style, der Magen hing schließlich um 20:00 Uhr ziemlich tief.

Um 21:15 Uhr ging es dann weiter, hindurch durch Reykjavík bis Hafnarfjördur. Am Ortsausgang verließen wir dann die Straße 41 Richtung Süden, um die Halbinsel Reykjanes zu überqueren. Ziele waren die heiße Quelle Skatalaug und das Geothermalfeld Séltun bei Krýsuvík. Hier wurden jeweils weitere Proben genommen.

Skatalaug

Um 22:20 Uhr war alles beprobt und wir fuhren über die 427 bis Grindavík und dann nach Norden in Richtung Keflavík. Um 23:20 waren wir schließlich zurück in unserem Hotel. Ein langer und erfolgreicher Tag war zu Ende.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Der Tag begann wieder mit dem gemeinsamen Frühstück, diesmal um 9:00 Uhr. Um 10:00 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Süden entlang der Westküste der Halbinsel Reykjanes, zunächst über die Straße 44, dann weiter auf der Straße 425. Da sich die Wettersituation gegenüber dem Vortag und der Nacht entscheidend verbessert hatte – die Wolkendecke verzog sich nach Osten und die Sonne kam mehr und mehr heraus – machten wir zunächst wieder einen Stopp an der Brücke Miðlina, die die Nahtstelle der Eurasischen Platte im Osten und der Nordamerikanischen Platte im Westen überbrückt. Erstmal im Verlauf unserer Forschungsreise ließ das Wetter auch den Flug mit der Drohne zu.

Blick auf die Brücke Miðlina
Die Drohne im Einsatz
Gruppenfoto auf der Brücke

Der nächste Stopp war die Südwestküste der Halbinsel. Dort fuhren wir vorbei an dem malerischen Leuchtturm an die Steilküste, die sich aus Gesteinen verschiedenster Vulkanausbrüche aufbaut.

Der Leuchtturm Reykjanesviti
Das Team an der Südwestküste der Halbinsel Reykjanes

Der türkisfarbene See des naheliegenden Geothermalkraftwerks Gunnuhver – hier hinein wird das aus dem Kraftwerk abgegebene heiße Wasser eingeleitet – war der nächste Stopp. Das Wasser ist äußerst mineralreich und besonders reich an Kieselalgen, die die blau-weiße Färbung hervorrufen, die bei Sonnenlicht umso intensiver wahrgenommen wird.

Blick auf den türkisfarbenen See

Schließlich machten wir uns gegen 12:30 Uhr von dort aus auf den Weg nach Krýsuvik, dem eigentlichen Ziel dieses Tages. Die Fahrt führte weiter über die Straße 425 bis Grindavik und dann weiter auf den Straßen 427 und 42 bis Krýsuvík. Hier – im vulkanisch hochaktiven Geothermalfeld (= Hochtemperaturgebiet) sollten – wie schon im Juni 2018 – die Temperaturen an den Austrittsstellen von heißen Gasen und heißem Wasser gemessen werden. Welche Trends würden sich ergeben – das ist eine der zentralen Fragen?

Blick auf den Grænavatn, einen Kratersee südwestlich von Krýsuvík
Blick aus dem Hochtemperaturgebiet hinaus nach Südosten
Im Abgleich mit den Aufzeichnungen von 2018 werden die Temperaturen neu gemessen

Der erste Geländeabschnitt war erfasst, als es dann aber zu einer Verletzung kam, die eine unmittelbare ärztliche Versorgung erforderte. Also mussten wir die Arbeit abbrechen und sind nach Reykjavík gefahren, um die Behandlung durchführen zu lassen. Das hatte leider zur Folge, dass die weiteren Untersuchungen ausfallen mussten.

Von Reykjavík ging es über die Vororte Garðabær und Hafnarfjördur auf der Straße 41 gegen Abend wieder zurück ins Hotel in Keflavík. Zum Abendessen holten wir uns Pizza. Da die Nacht gegen 4:45 Uhr zu Ende sein würde, ging es dann auch schon gegen 23:00 Uhr ins Bett.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Um 7:50 Uhr stieg unser A 319 pünktlich in den sonnigen Morgenhimmel auf. Fast die meiste Zeit des Fluges nutzten wir, um den versäumten Schlaf aus der Nacht zuvor nachzuholen. Der Wecker klingelte in den Zimmern und 4:45 Uhr, die letzten Sachen wurden verpackt und um 5:30 Uhr fuhren wir die wenigen Kilometer zum Flughafen. Die Rückgabe des Leihfahrzeugs verlief ebenso problemlos wie die Aufgabe des Gepäcks, so hatten wir noch ein wenig Zeit, das mannigfache Shoppingangebot im Terminal „zu genießen“. Auch die am Vorabend übrig gebliebene Pizza wurde als kaltes Frühstück verzehrt.

Start in Keflavík
Blick auf den Flughafen Keflavík
Blick auf die Hauptstadtregion – Reykjavík mit seinen Vororten
Die kleine Stadt Selfoss in Südisland mit dem Fluss Ölfusá und dem unter dem Gletscher während der letzten Kaltzeit entstandenen, 551 m hohen Tafelvulkan Ingólfsfjall
Anflug auf Hamburg von Norden – der kleine Borgdorfer See bei Nortorf

Pünktlich um 13:05 Uhr waren wir wieder zurück in Hamburg. Noch am selben Tag begann bereits die erste Laborarbeit, aber es gibt für beide Projekte noch viel Arbeit bis zu einem erfolgreichen Start beim Regionalwettbewerb Jugend forscht im Februar 2020.

Wir danken

der Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg für die Unterstützung durch den Förderfonds für Forschernachwuchs,

der Joachim Herz-Stiftung für die Förderung der Projektarbeit,


dem Schülerforschungszentrum Hamburg für Equipment und Beratung,

dem Icelandic Institute of Natural History für die gebührenfreie Erlaubnis, Probenmaterial überall dort zu entnehmen, wo es für unsere Projekte wichtig war,

der isländischen Environment Agency für die gebührenfreie Erlaubnis, in den Naturschutzgebieten zu forschen und Proben zu nehmen,

dem Unternehmen Altona Diagnostics für die Unterstützung bei den Laboranalysen,

dem Icelandic Meteorological Office für die Bereitstellung umfangreichen seismischen Datenmaterials,

der Agnes-Gräfe-Stiftung für die Reisekostenzuschüsse.

Ohne all diese Unterstützung wäre die Durchführung des Projekts nicht möglich gewesen.

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