An einem warmen Juniabend Ende des Schuljahres 2026 öffneten sich unsere Theatertüren…
Jetzt aber Kitsch beiseite. Nach langem Proben war es am Donnerstag, den 09.06., soweit und wir, der Theaterkurs von Frau Rödel, präsentierten interessierten Familienmitgliedern, Schülern und Lehrern unser selbstgeschriebenes Stück Mord im Casino.
Als der Saal sich langsam zu füllen begann, kam hinter der Bühne das spürbare, allbekannte Lampenfieber auf. Immer wieder öffnete sich der schwarze Vorhang einen Spalt breit und ein paar neugierige Augen linsten hindurch in den Zuschauerraum. Als sich das Licht dann dimmte, lag Vorfreude in der Luft. Der Theaterabend begann.
Angefangen mit zwei Freundinnen, die gemeinsam einen Mädelsabend verbrachten, schalteten sie den Fernseher ein und zappten sich altmodisch durch die Programme, auf der Suche nach der unterhaltsamsten Sendung. Was sollten sie denn sonst machen, wenn bei Prime, Netflix und Co. schon alles leergeguckt war? Ihre Entscheidung fiel auf ein Krimi-Quiz. Ein Mann mittleren Alters wurde vor den Türen eines Casinos erstochen und nun musste vor Gericht, auf der zweiten Bühne mittig des Saals, mit Hilfe der Zuschauer um sie herum der wahre Mörder gefunden werden. Gemeinsam durchliefen sie erneut den Abend im Casino, um alle nur möglichen Hinweise zu entdecken. Am Ende der Rekapitulation musste dann die mehr als wichtige Frage beantwortet werden: Wer war der Mörder?
Nach einem tobenden Applaus ging es für die Zuschauer schließlich in eine kurze Pause. Den stickigen Saal hinterließen sie zwar nach Luft ringend, aber glücklich!
Auch hinter der Bühne schien es wie elektrisiert. So schleppend sich die Entwicklung des Stücks anfangs auch anfühlte, umso größer war am Ende der Erfolg, der unseren Kurs nicht nur enger zusammenwachsen ließ, sondern uns auch das Gefühl gab, dass selbst das vermeintlich Unmögliche manchmal möglich ist.
Gerade im Team war es mehr Befreiung als Stress, nicht alles von Anfang an durchgeplant zu haben. Ganz im Gegenteil – es ist mehr als wichtig, dass die Schule auch mal lehrt loszulassen. In einer Gesellschaft geprägt von Leistungsdruck ist das Loslassen das, was uns schlussendlich wirklich leben lässt.
Theater ist nicht einfach nur ein Fach – es ist vielmehr faszinierend, weil es unvorhersehbar ist. Es ist genauso wie das Leben. So behauptete es schon der Dramatiker Arthur Miller. Wir können nicht alles planen. Und das haben wir auch nicht. Vielleicht war genau deshalb unser Theaterabend, der nach einem kleinen Umbau noch mit der Aufführung des anderen S2 Theaterkurses fortgeführt wurde, so besonders toll.
Thea Thon
