Berlin – Abschlussfahrt der 10a

Hamburg/Berlin, 28.- 30. Juni 2018 – „Geschichte, Politik, Kultur und Abschlussfahrt – verträgt sich das?“ Die anfängliche Skepsis der 10a überwog noch am Donnerstag, unserem Ankunftstag: Kaum hatten wir die Jugendherberge Ostkreuz erreicht und (nur) unser Gepäck abgestellt, als wir schon loszogen, um die Stadt zu erkunden, denn am Nachmittag stand ein Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, also im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis, auf dem Plan. Wir verschafften uns also vorher ein „Gefühl mit den Füßen“ für das Ausmaß der Teilung Berlins während des Kalten Kriegs und deren Auswirkungen für die Menschen: Ein Besuch an der Bernauer Straße zwischen den Stadtteilen Prenzlauer Berg im Süden und Pankow im Norden, entlang derer u. a. die Mauer verlief und die entlang des ehemaligen „Todesstreifens“ eine Fotoausstellung zeigt, brachte uns die unvorstellbare und brutale Teilung der Stadt mit dem Mauerbau zwischen Bundesrepublik und DDR 1961 näher. Der anschließende Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen zeigte die unmenschlichen Facetten der Stasi-Überwachung und der totalen Kontrolle über ein Volk, das nicht mehr in seinen Landesgrenzen eingesperrt sein wollte. Am Abend waren wir bei der guten Aufnahme in der modernen und gastfreundlichen Jugendherberge genug erholt, sodass sich „Tanzwillige“ im Szene-Stadtteil Friedrichshain in einem speziell für Klassenfahrten eingerichteten Club-Event ungestört im Berliner Nachtleben austoben konnten – „Lehrerbetreuung inklusive“.

Der Freitag stand ganz im Zeichen aktueller Politik: Wir verfolgten eine Bundestagsdebatte zu den Themen „Zukunftsfähigkeit Deutschlands – Bildung und Forschung“, in der das brisante Thema der notwendigen Digitalisierung und entsprechender Ausstattung der Schulen und Ausbildung der Lehrer von allen Parteien beleuchtet wurde. Anschließend sprach der Minister des Auswärtigen, Heiko Maas, über den Antrag auf Deutschlands Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der anschließend von verschiedenen Parteien kommentiert und diskutiert wurde – wir konnten im Plenarsaal „fühlen“, wie Demokratie im Diskurs miteinander entsteht und wie Politik gemacht wird. Anschließend besuchten wir nach Besichtigung der Kuppel des Reichstagsgebäudes den jungen Wahlbezirk-Abgeordneten für Langenhorn, MdB Dr. Christoph Ploß (CDU), der uns in einer Stunde reservierter Interview-Zeit Fragen zur aktuellen Lage deutscher und europäischer Politik aus seiner Sicht beantwortete und zum Lunch in die Besucherkantine einlud.

Nach anschließendem Besuch des nahegelegenen Brandenburger Tors, des Holocaust-Denkmals und dem nach der Wende neu gestalteten Potsdamer Platzes blieb auch Zeit für private Stadterkundung in Kleingruppen.  Abends besuchten wir noch die in der Nähe unserer Unterkunft gelegene Kunst- und Geschichtsstätte der „East Side Gallery“, in der Künstler sich nach der Wiedervereinigung auf einem 1,2 km langen Mauerstück verewigt hatten und ihre Haltung zu Trennung und Wiedervereinigung zum Ausdruck brachten – eindrucksvoll! Einige Abenteuerlustige aus unserer Reisegruppe nahmen später noch einmal den weiten Weg auf sich und nutzten das Angebot der Multivisions-Lichtshow nach Sonnenuntergang am Bundestag vom Spree-Ufer aus, das die Geschichte Berlins und das keinesfalls selbstverständliche Ringen um und Leben mit Demokratie in unserem Land auf sehr ansprechende Art deutlich macht.

Abschließend kann man sagen: Ja, „Berlin bringt’s“ … – gerade und unbedingt für junge Menschen mit dem „TripleX-Factor“ aus Geschichte, Politik und Kunst!  Die anfängliche Skepsis ist am Ende deutlicher Begeisterung gewichen.

Reisebegleiter: Sonja Uher und Matthias Wulf