Besuch der 6. Klassen bei „Dialog im Dunkeln“

Besuch der 6. Klassen bei der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“, hier die Klasse 6b.

Hamburg/ Speicherstadt/HafenCity, Februar-April 2014: Wie ist das eigentlich, Blindsein?  Im Rahmen der Deutsch-Unterrichtseinheit zum Roman des niederländischen Autors Jaap ter Haar „Behalt das Leben lieb“ besuchten Anfang 2014 die 6. Klassen die Dauerausstellung „Dialog im Dunkeln“, die am Alten Wandrahm in der Speicherstadt die Welt der Blinden den Sehenden näherbringt.

„Wie ist das, Blindsein?“ Das kann sich niemand vorstellen, bis der Fall eintritt – wie dies im Roman dem dreizehnjährigen Berend durch einen Unfall passiert. Über mehrere Wochen tauchten die Schüler im Deutschunterricht in diese Welt ein, was ihnen zunächst sehr schwerfiel. Mit dem Besuch der Ausstellung lernten unsere Schüler für eine Stunde ansatzweise, sich durch Hören, Tasten, Riechen und Schmecken in völliger Dunkelheit zu orientieren und damit an die Lebenswirklichkeit blinder Menschen „heranzutasten“. Bewundernd erlebten sie, wie routiniert Blinde sie sicher durch die lichtlosen Räume geleiteten – beispielsweise durch nachgestellte Situationen im Verkehr, auf dem Markt oder auf einem Naturpfad. In einem Workshop im Anschluss an den Ausstellungsgang standen blinde Experten Rede und Antwort für die vielen Schülerfragen. Beispielsweise beschäftigte die Schüler, wie man als blinder Mensch Farben der Kleidung zusammenstellt (mit einem Farbscanner), oder wie man sich mit der Zeit zurechtfindet (es gibt „sprechende Uhren“, die alle halbe Stunde automatisch die Zeit ansagen).

Unsere Schüler haben mit dem Besuch bei „Dialog im Dunkeln“ einen leichteren Zugang zu dem schwierigen Thema gefunden oder eine genauere Vorstellung davon gewonnen. Übrigens: Ein paar Faustregeln zur besseren Orientierung ohne den Sehsinn, die mehrfach genannt wurde, können auch Sehende gut nutzen: Aufmerksam zuhören, Ordnung halten und sich gut merken, wo man seine Sachen ablegt.

Verfasst von Sonja Uher, Klassenlehrerin 6b (Deutsch)