Eine Eruption wenige Stunden zuvor war Vortragsinhalt

Das Internet und der problemlose Austausch per Telefon machten es möglich: Als Dr. Boris Behncke (vom INGV in Catania) am Donnerstag Abend (12. April 2012) vor etwa 100 Gästen in der Pausenhalle des Gymnasiums Heidberg seinen Vortrag „Ätna – der feurigen ‚Mamma‘ der Sizilianer über die Schulter geschaut“ hielt, hatte er die letzte große Eruption des süditalienischen Vulkans vom Nachmittag des 12. April bereits im Programm und nahm dies Ereignis zum Anlass, über die seit Monaten andauernde starke Aktivität des Vulkans zu berichten. Tags darauf war er im Geographieunterricht der Klasse 8b und berichtete dort ebenso engagiert über die Phänomene von Europas aktivstem Vulkan.

Der 24. so genannte Paroxysmus am Ätnagipfel seit Januar 2011 ereignete sich am Nachmittag des 12. April 2012 (Das Foto hat Dr. Behncke von seinem Kollegen Salvo Orlando zur Verfügung gestellt bekommen)

Mit einem faszinierenden 90-minütigen multimedialen Vortrag nahm er seine Zuhörerinnen und Zuhörer zunächst mit auf eine Zeitreise und erklärte die Entstehung des Ätna seit seinen Anfängen vor etwa 500.000 Jahren und schilderte anschaulich die Entwicklung der verschiedenen Aktivitäten, die dieser vielseitige Vulkan zeigt – bis zum Nachmittag des 12. April 2012. Er dokumentierte auch die Liebe der Sizilianer zu ihrem Berg, der „Mamma“, eben jener sizilianischen Mutter Etna, die manchmal zwar etwas grollt und die hin und wieder auch Ohrfeigen verteilt, die aber dennoch gutmütig ist, ausreichend zu essen bietet und an sich liebevoll ist, denn nicht einmal 100 Menschen haben in den letzten 2.500 (!) Jahren am Ätna ihr Leben lassen müssen – und dies nur, weil die Menschen zuviel Risiko eingegangen sind.