Weiteres Schwerpunktprojekt im Bereich Jugend forscht

10.06.09.01_kl
Kooperationspartner beim internationalen Artenschutzprojekt, mit dabei Heidi Schaefer

Der erste Kontakt entwickelte sich am Rande des Landeswettbewerbs Jugend forscht Ende März 2010. Tore Prang, Senior Manager Communications von Airbus Deutschland, ludt das Gymnasium Heidberg zur Kooperation ein. Airbus suchte in Hamburg zwei Schulen als Partner, um die wissenschaftliche Begleitung eines Artenschutzprojekts im Rahmen von Jugend forscht durchführen zu lassen. Mit dabei als eine von zwei Hamburger Schulen: das Gymnasium Heidberg!

DAS WALDRAPP-Projekt: Ein Kooperationsprojekt zwischen AIRBUS, dem Weltvogelpark Walsrode und dem Gymnasium Heidberg
„Der Schutz der Biologischen Vielfalt ist ein Schlüsselthema zur Sicherung unserer Lebensgrundlagen.“

Ausgehend von dieser These hat sich die Weltvogelpark Stiftung Walsrode vorgenommen, in Kooperation mit Airbus und dem Zoo in Jerez/Südspanien, den vom Aussterben gefährdeten Ibisvogel „Waldrapp“ im Süden Spaniens wieder anzusiedeln. Der Waldrapp war einst in weiten Teilen des Mittelmeerraumes bis in den Alpenraum hinein verbreitet und ist heute in freier Wildbahn fast vollständig verschwunden. Langfristiges Ziel dieses Projektes ist es, diesen Vogel, der in menschlicher Obhut derzeit einen Bestand von etwa 900 Individuen aufweist, als selbstständige isolierte Population mit freilebenden Vögeln wieder aufzubauen. Schulen aus Norddeutschland sollen diese Wiederansiedelung mit wissenschaftlichen Projektarbeiten begleiten.

Aufgrund unserer Erfolge in den naturwissenschaftlichen Wettbewerben „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ hat Airbus beschlossen, neben der Otto-Hahn-Gesamtschule das Gymnasium Heidberg einzuladen, an diesem Projekt zur Erhaltung unserer Artenvielfalt mitzuwirken.
Nachdem vor zwei Wochen in Berlin im Rahmen der ILA bei einer Pressenkonferenz die Absichtserklärung von dem Flugzeughersteller in Vertretung durch Herrn Tom Enders (Airbus Präsident), dem Vorstand des Weltvogelparks Herr Lehmann, der Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Frau Reiche, und dem Generaldirektor der Umweltabteilung der Spanischen Regierung Andalusiens, Herr Rojo, im Beisein der beiden Schulen unterschrieben wurde, kann es jetzt losgehen.

Noch vor den Sommerferien werden vier Schülerinnen [Anna Lena Bartels (7c), Marleen Krumbiegel (7c), Annika Siggelkow (9a), Joline Friese (9a)] in den Vogelpark fahren, um sich mit dem Projekt und dem dort lebenden Waldrapp vertraut zu machen. Das Projekt wird betreut von Heidi Schaefer.

In einer Pressemeldung heißt es:

Deutsch-Spanisches Artenschutzprojekt gestartet

Airbus und die Stiftung des Weltvogelparks Walsrode haben im Rahmen der Partnerschaft mit dem UNO-Sekretariat zur Konvention über Artenschutz und die Bewahrung der biologischen Vielfalt ein Kooperationsprojekt zum Schutz der Ibis-Art „Waldrapp“ gestartet.

WaldrappEine Schönheit ist er nicht. Mit seinem kahlen Kopf, dem langem markanten Schnabel und dem abstehendem Federkamm im Nacken sieht er aus wie ein Punk der Vogelwelt. Der zur Familie der Ibis-Vögel zählende Waldrapp (Geronticus eremita) war einst am Mittelmeer und bis in den Alpenraum hinein verbreitet. Sein Schicksal war seine Schmackhaftigkeit. Europaweit wurde er gejagt. Heute leben nur noch 150 dieser Vögel in freier Wildbahn in Marokko.

Durch das Kooperationsprojekt mit dem Weltvogelpark und mit Unterstützung der Regierung Andalusiens sowie des Zoos in Jerez soll eine selbstständige isolierte Population von frei lebenden Vögeln aufgebaut werden. Erste Experimente zur Ansiedlung durch den Vogelpark seien bereits sehr erfolgreich gewesen, so Frank Lehmann, Leiter der Stiftung des Weltvogelparks Walsrode. In der ersten Phase soll sich in der Region Cadiz eine gesunde lokale Population aus Vögeln des Weltvogelparks entwickeln. Langfristig könne über weitere Auswilderungsorte ein vernetztes Verbreitungsgebiet entstehen. Schulen aus Norddeutschland werden die Wiederansiedlung mit wissenschaftlichen Projektarbeiten begleiten.

airbus_logoDie Absichtserklärung zum Schutz dieser Ibis-Art wurde auf der ILA in Anwesenheit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Katherina Reiche und des Generaldirektors der Umweltabteilung der Spanischen Regionalregierung Andalusiens, Francisco Javier Madrid Rojo, unterzeichnet.

Dass der unwiederbringliche Verlust der Artenvielfalt ein ebenso dramatisches Problem ist wie der Klimawandel, sei im Bewusstsein der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend verankert, betonte Reiche. Von den weltweit bekannten rund 1,8 Millionen Tier- und Pflanzenarten sind 12 Prozent der Säugetiere und 20 Prozent der Vögel vom Aussterben bedroht. Als eine „Partnerschaft, die etwas zurückbringen soll, was fast verloren gegangen ist“, bezeichnete Reiche dieses Kooperationsprojekt mit dem Vogelpark und wünschte sich, dass von diesem Projekt eine Signalwirkung ausgehe zum Schutz der Artenvielfalt und zu einer Vernetzung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene.

Vogelpark_Walsrode_Logo_kl„Wir müssen vor allem der jungen Generation vorleben, dass die natürlichen Ressourcen ein schützenswertes Gut sind“, sagte Airbus President und CEO Tom Enders bei der Unterzeichnung der Erklärung. „Wir in der Luftfahrt lernen von der Natur und wir arbeiten an faszinierenden Technologien, um unsere Zukunft zu gestalten und ökoeffizientes Wachstum zu leisten – ein Wachstum, das die Umwelt weniger belastet.“

Veröffentlicht am 9. Juni 2010; http://ila2010.eads.com/de.htm#fangemeinde (geringfügig ergänzt);
Fotonachweis: http://www.waldrappteam.at/waldrappteam/indexl.htm