Gespräche mit Zeitzeugen

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Gespräche mit Zeitzeugen bildeten den Höhepunkt der deutsch-russischen Projektwoche der Russischprofilgruppe S1 mit ihren Partnern aus St. Petersburg.

Es ging am 11. November 2009 um das Thema „Deutsch-russische Zerrbilder (politische Karikaturen) als Mittel des Kriegs und des Kalten Kriegs“.
12 Zeitzeugen waren gekommen, um mit den 13 Hamburger und 9 St. Petersburger Schülerinnen und Schülern über die Wirkung dieser verzerrten Darstellungen des „Feindes“ zu sprechen. Unter den Zeitzeugen waren als Vertreter der Gemeinde St. Jürgens Herr Tetzlaff und Herr Lange, von der Zeitzeugenbörse Herr Scholz, Frau Füllenbach, Herr Wegener, Herr Petersen und Frau Hoyer. Der in Hamburg lebende Regisseur Vladlen Ivanov vertrat die russische Seite.

Die Schüler zeigten den Zeitzeugen 13 politische Karikaturen, die sie zuvor ausgewählt hatten, und nutzten sie als Einstieg ins Gespräch:
Erinnern Sie sich an ähnliche Bilder und Plakate aus der Kriegs- oder Nachkriegszeit? Wie, meinen Sie, haben solche Karikaturen im Krieg und bis 1991 auf die Menschen gewirkt? Welches Verhältnis haben Sie heute zu Russland und den Russen?

EFP_Logo_klDie Gespräche waren sehr lebhaft und gingen weit über die vorgelegten Karikaturen hinaus. Persönliche Erlebnisse wurden wach: „Ja, so hat man uns die Russen dargestellt. Ich war 12, als die Nazis an die Macht kamen. Natürlich habe ich denen alles geglaubt. Als ich dann 1943 in die Ukraine versetzt wurde, habe ich gesehen, dass dort sehr liebe Menschen lebten, die mich liebevoll aufgenommen haben. Das waren für mich keine Feinde, sondern sehr nette Menschen.“

Wir danken den Zeitzeugen für ihr Kommen, für ihre große Offenheit und Ehrlichkeit. Im nächsten Jahr werden wir eine deutsch-russische Ausstellung machen zu
dem Thema:  50 Jahre Zerrbilder – Deutsche und Russen in Karikaturen 1941-1991 und die Inhalte der Gespräche mit den Zeitzeugen werden in die Texte unserer Ausstellung einfließen.

Das Projekt wird finanziert über den von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ getragenen Förderwettbewerb Europeans for Peace.