Cyprus 2014

Wie in jedem Jahr seit nunmehr 1996 geht auch 2014 wieder ein Jungforscherteam auf eine einwöchige Forschungsreise, die diesmal erstmals nach Zypern, auf die drittgrößte Insel im Mittelmeer, führen wird. Sieben Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 11, allesamt „ausgestattet“ mit wiederholter Wettbewerbserfahrung und dort auch wiederholt erfolgreich, werden in Begleitung von Projektleiter Wolfgang Fraedrich und der Lehramtsstudentin und derzeitigen Schulpraktikantin Neli Heidari im Rahmen des „Students‘ Volcano Monitoring Project“ vom 7.–14. April 2014 ihre Feldforschungen für die Jugend forscht-Projekte 2015 erledigen. Dabei liegt der Focus auf den geologischen und geotektonischen Entwicklungen der Insel innerhalb der letzten rund 70 Millionen Jahre. Da werden submarine Vulkanite eines aufbrechenden, heute längst verschwundenen Ozeans ebenso untersucht wie Mantelgesteine, die mit den Magmen nach oben gefördert wurden, oder die Lebewesen, die einst den großen Tethys-Ozean über Millionen Jahe hinweg bevölkerten.

Die Forschungsarbeiten werden durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des geologischen Dienstes in Zypern unterstützt.

Das Zypern-Team 2014

hinten v. l.: Lasse Keim (9a), Muska Ahmadsei (10b), Alina Kröger (10b), Florentine Mostaghimi-Gomi (S 2), Lily Huber (10a), Jia Song (10c), Wolfgang Fraedrich; vorn: Neli Heidari, Ole Keim (S 2)

Sofern es die Internetverbindungen in Zypern zulassen, werden ab dem 7. April 2014 die Reiseberichte hier abrufbar sein.

Und schon geht’s los …

Montag, 7. April 2014

Zum Abflug nach Zypern bereit – auf geht’s ins Abenteuer Zypern

Für alle war gegen 4:00 Uhr morgens die Nacht zu Ende, denn pünktlich um 5:00 Uhr trafen wir uns im Terminal 1 des Flughafens. Das Reiseziel: Larnaca in Zypern.

Pünktlich um 6:30 Uhr hob der A 320 ab in Richtung Wien, wo wir um 8:00 Uhr landeten. Nach drei Stunden Pause ging es um 11:00 Uhr weiter nach Zypern. Nach 2:45 Std. landeten wir dort. Doch nicht nur die Überquerung Zyperns über eines unserer Exkursionsgebiete hinweg, über das Tróodos-Gebirge, sondern auch die Wendeschleife über dem Mittelmeer mit anschließendem Blick auf die „Skyline“ Larnacas verschafften einen ersten Eindruck von der östlichsten der großen Inseln im Mittelmeer.

Die Bordverpflegung auf dem Weg nach Larnaca, ein Sandwich mit Hühnchen – auch gedeutet als der naturgetreue Abdruck des ersten Fußabdrucks von Neil Armstrong auf dem Mond
Blick auf einen noch schneebedeckten Gebirgszug der Türkei
Im Landeanflug auf Larnaca – Blick auf das Stadtzentrum
Blick auf den Salzsee von Larnaca

Zoll, Ausweiskontrolle und Gepäck erledigten wird problemlos, auch die Übernahme des Vans stellte sich als unproblematisch heraus … – bis wir mit unseren Koffern vor dem Leihwagen standen und feststellen mussten, dass er nur sieben statt neun Sitze hat und dann allerhöchstens einen Koffer aufnehmen kann.

In Telefonaten mit Deutschland stellte sich heraus, dass der Fehler dort und nicht beim Leihwagenanbieter lag, wir sollten bei einem anderen Anbieter das Wunschfahrzeug anmieten und dann im Anschluss an unsere Rückkehr nach Hamburg alles an Unterlagen zur Abrechnung einreichen. Wie gut, dass ein anderer Anbieter einen freien 9-Sitzer-Bus zur Verfügung stellen konnte.

Mit gut 1:20 Std. Verspätung ging es dann los nach Kato Platres, ein halbstündiger Zwischenstopp an einem „Hypermarket“ diente dazu, uns mit Getränken und Tagesverpflegung für die nächsten Tage zu versorgen.

Nach erfolgreichem Einkauf im Supermarkt

 

Irgendwie passt alles in den Bus hinein

Nach etwa 70 Kilometern auf der Autobahn ging es hoch ins Tróodos-Gebirge, dabei passierten wir beeindruckend saubere kleine Ortschaften, durchfuhren auf hervorragend ausgebauten und sehr kurvenreichen Straßen eine eindrucksvolle mediterrane Berglandschaft, oft gesäumt von hoch aufragenden Kalksteinaufschlüssen, die uns auch zu einem Zwischenstopp veranlasst hatten.

Über 30 Mio. Jahre alter verfestigter Ozeanschlamm, jetzt baut er Zypern auf
Ein typisches Landschaftsbild für den Süden Zyperns

Schon im Dunkeln (19:45 Uhr) erreichten wir Kato Platres. Das an seiner Außenfront unscheinbare Hotel „Nightingale“ hatten wir in dem Moment erreicht, als wir danach fragen wollten – unseren Gastgeber, der einfach feststellte, dass wir am Ziel sind. Er hatte offenbar schon draußen vor der Tür auf uns gewartet.

Uns bleib eine knappe Stunde fürs Einrichten in den Zimmern, dann gab es zypriotisches Abendessen: Kebab vegetarisch und mit verschiedenem Fleisch, dazu Pommes frites aus eigener Herstellung und Salat und die in Zypern obligatorischen Zitronenspelten.

Mehr als gut gesättigt und müde ging es um 22:00 Uhr Ortszeit auf die Zimmer, nicht ohne die W-LAN-Verbindung zu nutzen, die hier kostenfrei zur Verfügung steht.

Morgen erwartet uns ein erster anstrengender Tag mit einer Exkursion quer durch das Tróodos-Gebirge oder – anders ausgedrückt – quer über den mittelozeanischen Rücken des Tethys-(Paläo-)Ozeans.

 

Dienstag, 8. April 2014

Der erste Aufschluss liegt hinter uns

Der Tag begann mit dem Frühstück um 8:00 Uhr, es war die zweite Zeitumstellung in acht Tagen, denn in Zypern läuft die Zeit eine Stunde vor der MESZ.

Es ging übersieben Stunden hinweg auf und ab im Tróodos-Gebirge, allerdings auch ein wenig dadurch bedingt, dass die topographische Karte und die geologische Karte bzgl. des Straßennetzes nicht ganz deckungsgleich waren.

Viele Straßenaufschlüsse sehen so aus wie dieser

Letztlich aber haben wir alles soweit gefunden, wie es vorgesehen war. Aufschlüsse, zumeist an Straßen, wurden analysiert und fotografiert, das jeweils anstehende Gestein wurde beprobt und auch gleich an Ort und Stelle für die Präsentation sowie für die anstehenden Laboranalysen in entsprechender Größe aufbereitet und jeweils in eindeutig beschrifteten Gefrierbeuteln verpackt.

Im Gestein enthaltene Minerale werden mit der Lupe identifiziert
6389 ft – ganz schön hoch, allerdings arbeitet die Höhenanzeige des GPS-Geräts nicht exakt genug, denn wir waren an dieser Stelle knapp 1900 m hoch (knapp 6100 ft)

Leider lag in den Höhenlagen schon die Wolkendecke, sodass wir dort im Nebel fuhren und arbeiteten und auch einen unangenehm kühlen und feuchten Wind spürten. Aber in den Wissen, schon bald wieder auf „nur“ etwa 700 m Meereshöhe sein zu können, ließ uns das alles entspannt angehen. Insgesamt haben wir zweimal fast 1300 Höhenmeter überwunden und uns über kurvenreiche Straßen hinauf und hinunter „geschraubt“.

Nach getaner Arbeit am Aufschluss nahe der Amiantos Mine

Das Mittagspicknick verbrachten wir in der Picknick Area des Botanical Gardens bei der Amiantos Mine, Oles Gaskocher sorgte auch für einige auch für einen warmen Imbiss.

Gegen 16:30 Uhr kehrten wir wieder in unser Hotel zurück, um dann – nach 90 min. Pause – die Arbeit des Tages in der betreffenden Arbeitsgruppe Revue passieren zu lassen. Jeder Aufschluss wurde exakt verortet, im Gelände genommene GPS- und Höhendaten wurden mit denen von Google Earth abgeglichen, die Fundorte den jeweiligen Bereichen der geologischen Karte zugeordnet und schließlich in einer Karte am PC verortet.

Blick auf den Eingangsbereich des Hotels Nightingale

Das anschließende Abendessen um 20:00 Uhr war ein erneutes „highlight“. Grillfleisch nach zypriotischer Art, gefüllte Weinblätter, Gemüsereis, Kartoffeln und gemischter Salat, dazu eine Gemüsecremesuppe als Vorspeise und kandierte Trauben als Nachspeise. Es ist einfach rührend, mit welcher Hingabe sich unsere Wirtsleute, Mr. George Kapakiotis und seine Frau Elenitsa, um unser Wohlergehen bemühen. Selbst seine perfekt beschriftete Gesteinssammlung mit „Fundstücken der Region“ präsentierte uns Mr. Kopakiotis mit Stolz.

Der Abend klang mit einem kurzen Spaziergang durch den Ort aus, der allerdings immer noch im Dornröschenschlaf liegt, denn außer uns und einigen Rennradtouristen trifft man nur einheimische Bevölkerung. Es ist einfach noch zu kalt in Höhen von > 700 m.

 

Mittwoch, 9. April 2014

Heute stand ein weiteres Mal die Entstehungsgeschichte des mittelozeanischen Rückens im Tethys-Ozean auf dem Programm, dazu „gesellte“ sich das Thema „Minen auf Zypern“.

Um 9:30 Uhr trafen wir uns – wie schon Wochen zuvor vereinbart – mit dem zypriotischen Kollegen Christodoulos Hadjigeorgiou vom Geological Survey Department of Cyprus im Visitor Center des Botanical Gardens, der am Rand von Zyperns größter Mine, der Amiantos Asbestos Mine (http://www.amiandos.eu/en/), angelegt worden ist.

Blick von oben in einen Teilbereich der Amiantos-Mine

Mr. Hadigeorgiou informierte uns zunächst mit einem gerade frisch produzierten 30-minütigen Film über die geologische Entstehungsgeschichte Zyperns und insbesondere des Tróodos-Gebirges. Anschließend ging es in die Mine hinein, damit unsere Teams auch das Gestein beproben können.

Geländearbeit mit Schutzkleidung – ein Erlebnis besonderer Art

 

Unser Outfit erinnerte an den Film „Outbreak – lautlose Killer“ aus dem Jahr 1995

Eingehüllt mit Schutzanzügen und versehen mit Atemschutz, Schutzbrille du Handschuhen (Asbest!) fuhren wir mit unseren Fahrzeugen in den gewaltigen Tagebau hinein. Auch wenn die Asbestgewinnung seit 1995 eingestellt ist, so vermittelt der Tagebau auch heute noch ein eindrucksvolles Bild von der einstigen Rohstoffgewinnung. Inzwischen läuft längst ein Programm zur Wiederaufforstung.

Neli und Chris im Gespräch

Nach unserem Mittagspicknick in der Picknick Area des Botanical Gardens fuhren wir weiter nach Norden, um am heutigen Tag die Zone der Mantelgesteine zu verlassen und die Vulkanite am Nordrand des Tróodos-Komplexes zu erforschen und um mit der Mathiatis Mine eine der aufgelassenen Kupferminen zu besuchen. Wie würde das kupferhaltige Gestein aussehen?

Entlang der zahlreichen Straßenaufschlüsse gelang es uns recht schnell, die verschiedenen Vulkanite zu erfassen, die von vielen Millionen Jahren den mittelozeanischen Rücken nach und nach aufgebaut haben. Submarine Vulkanite, auch „Pillow-Laven“ oder „Kissenlava“ genannt, findet man allenthalben am gesamten Nordrand des Gebirges.

Ein Gewitterregen, …
… der das Autofahren nicht zwangsläufig einfacher machte

Ein starkes, von Nordosten heranziehendes Gewitter brachte ergiebigen Niederschlag, vor allem auch Hagel. Wir selbst wurden zwar nicht nennenswert nass – lediglich den Abstieg in die Mathiatis Mine und die Beprobung des Gesteins vor Ort erledigten wir im Regen – mussten allerdings wiederholt überflutete Straßen befahren.

Die Mathiatis-Mine liegt eingebettet in submarin entstandenes Vulkangestein

 

Blick von Nordwesten in die Mathiatis-Mine

Nachmittags um 16:30 Uhr war die Geländearbeit erledigt. Nun ging es wieder zurück nach Kato Platres, diesmal über die schnellere Südroute (über die Autobahn) und vorbei an Larnaca und Limassol. Um 17:50 Uhr kehrten wir wieder ins Hotel zurück.

Nach einer kurzen Regenerationsphase begann um 18:45 Uhr die Nachbesprechung. Um 20:00 Uhr gab es Abendessen, um 22:30 Uhr war Bettruhe.

 

Donnerstag, 10. April 2014

Skouriotissa Mine und Nikosia – es war das Kontrastprogramm schlechthin:

Blick in die Tiefe des Kupfererztagebaus Skouriotissa
Blick vom Shacolas-Turm auf den Südostteil der Altstadt Nikosias

Um 8:30 Uhr starteten wir in Richtung Nikosia, um pünktlich um 10:00 Uhr zu unserem vereinbarten Termin bei der Skouriotissa Mine zu sein. In Skouriotissa wird seit 4500 Jahren Kupfererz abgebaut und es ist die einzige Mine, die heute noch betrieben wird.

Seit 1995 wird sie von der Hellenic Copper Mines Ltd betrieben, einem privatwirtschaftlich geführten Unternehmen, das nicht nur den Rohstoff fördert, sondern ihn an Ort und Stelle mit modernster Technologie aufbereitet und zu dünnen Kupferplatten verarbeitet, die dann weitestgehend in den Export gehen (ca. 4000 t Kupferplatten pro Jahr).

Das Headquarter der Hellenic Copper Mines Ltd

Zu Beginn unserer Minen- und Betriebsführung wurden wir vom chief instructor Dinos Xydas begrüßt, der uns mit seinen anschaulichen Erläuterungen eine informative Übersicht über die Geschichte und die Produktionsabläufe des Minenbetriebs gab.

Anschließend fuhren wir mit den Geologen Lazaros Georgios und George Manos in den aktiven Tagebau. Während uns George über die Tätigkeitsfelder und die Exploration des Kupfererzes informierte und erläuterte, in welchen Dimensionen der Abbau betrieben wird, war Lazaros derjenige, der die Erze und ihren petrographisch-mineralogischen Aufbau erklärte und uns an jene Stellen führte, an der das Probenmaterial entnommen werden konnte.

Verfestigte Strukturen von Ablagerungen eines Black Smokers
So sieht das Kupfererz in Skouriotissa aus

Anschließend ging es zunächst ins Labor, in dem uns das Aufbereitungsverfahren für das gewonnene Erz vom zuständigen Ingenieur George Kalogeropoulos erläutert worden ist. Das Besondere an der Erzaufbereitung in Skouriotissa ist, dass für die Aufbereitung säureliebende Bakterien eingesetzt werden. Seine Kollegin Niobi Charalambais ging schließlich mit uns durch den Verarbeitungsbetrieb, in dem aus dem aufbereiteten Erz schließlich in mehreren Produktionsabschnitten die Kupferplatten hergestellt werden.

George Kalogeropoulos erklärt die Bakterienkulturen
Kaum zu glauben, aber hieraus wird Kupfer gewonnen
Kupferplatten kurz vor der endgültigen Fertigstellung

Nach drei Stunden intensiver und interessanter Erläuterungen hatten wir einen sehr fundierten Eindruck von der Kupferproduktion in Skouriotissa und den geologischen sowie petrographisch-mineralogischen Rahmenbedingungen, die der Kupfererzbergbau dort mitbringt. Dies alles ist für das Verständnis der Zusammenhänge, die das spezifische Forschungsprojekt mit sich bringt, eine sehr wertvolle Hilfe.

Die zweite Tageshälfte verbrachten wir in Zyperns Hauptstadt Nikosia. Dort verschafften wir uns einen ersten Einblick von der geteilten Stadt, vor allem genossen wir den Rundumblick über die südliche Altstadt (das ist der griechische Teil), den n der 11. Etage des Shacolas-Turms hatten. Anschließend gingen wir die Haupteinkaufstraße in der City von Nikosia – die Ledras-Straße – einmal auf und ab und bekamen so einen ersten Eindruck für den morgigen Freitag, an dem auch ein Rundgang durch und um die Altstadt Nikosias vorgesehen ist.

Blick vom Shacolas-Turm nach Norden auf die Agia Sophia-Kathedrale, die heutige Selimiye-Moschee im türkischen Nordteil Nikosias

Um 16:40 Uhr ging es dann wieder zurück nach Kato Platres – ausgehend von Nikosia zunächst durch die weite und flache Sedimentebene, die das Tróodos-Gebirge mit dem Kerýneia-Gebirge im türkischen Nordteil Zyperns verbindet, und anschließend über das Tróodos-Gebirge hinweg, bis wir um 18:45 Uhr am Hotel ankamen.

Ein Gruppenbild kurz vor unserer Rückkehr nach Kato Platres

Unseren Bus haben wir dann noch einmal gründlich von innen gereinigt, anschließend gab es die obligatorische Nachbesprechung für das an diesem Tag aktive Team.

Das Abendessen um 20:00 Uhr rundete einen erneut erlebnisreichen und gelungenen Tag ab, der diesmal auch vom Wetter her sehr angenehm war.

Der Rest des Abends gestaltete sich ganz unterschiedlich, u. a. auch mit der Vorbereitung auf bevorstehende Tests und Prüfungen, bis um 22:30 Uhr dann Bettruhe war.

 

Freitag, 11. April 2014

Der heutige Tag war der Abschied vom Tróodos-Gebirge und gleichzeitig auch der Abschied von unseren netten Gastgebern im Hotel Nightingale, Elenitsa und George Kapakiotis.

Abschied in Kato Platres

Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr, dem Räumen der Zimmer und dem Verstauen des Gepäcks im Bus gab es noch ein obligatorisches Gruppenfoto mit unseren Gastgebern, bevor es um 8:45 Uhr zunächst wieder nach Nikosia ging. In der Zeit von 10:00 bis 13:00 Uhr erlebten wir nicht nur Großstadtverkehr auf den Straßen, sondern sahen uns einige Besonderheiten der Stadt an, u. a. den Plast des ehemaligen Erzbischofs Makarios III. von Zypern. Schließlich waren für einige noch wichtige Einkäufe zu erledigen.

Residenz von Makarios III.
Orangenbäume sin in Nikosia beliebte Straßenbäume

Anschließend ging der geologische teil des Forschungsreise weiter. Die beiden längst stillgelegten Kupfererzminen bei Mitsero ca. 40 km südwestlich von Nikosia – Agrokipia und Kokkinopezuala – waren die nächsten Untersuchungspunkte für die Feldarbeit. In beiden Minen wurden Proben für die weiteren Analysen entnommen und es begann der „Gips- und Pyrit-Rush“, denn insbesondere die Kokkinopezuola Mine ließ den Pyrit – an den richtigen Stellen gesucht – mit nur wenigen Geologenhammerschlägen zutage treten.

Diese Basaltrosette dokumentiert mit dem Kupferoxid das Kupfervorkommen (Agrokipia Mine)
Gestein mit Pyritkristallen (FeS) – Agrokipia Mine
Blick in die Kokkinopezuola Mine
Gruppenfoto nach getaner Feldarbeit

Um 17:15 Uhr waren wir wieder nach getaner Feldarbeit am Bus. Danach ging’s nach Larnaca, wo wir mitten in der Altstadt, nur einen Steinwurf vom Mittelmeer entfernt, in den St. George Appartements Quartier für die restlichen Tage bezogen haben.

Um 20:30 Uhr waren wir zum Abendessen. Nach einem kurzen Strandbummel waren wir um 22:00 Uhr zurück in unserem Übernachtungsquartier.

 

Samstag, 12. April 2014

Der Arbeitstag begann heute erst etwas später, weil wir hier in Larnaca immer erst um 9:00 Uhr frühstücken können.
Vor einem ergiebigen Frühstück (mit allem, was dazu gehört) im Tuck Inn, der unserer Pension angeschlossen ist, haben wir aber noch einen Morgenspazierganz am Strand vor der Strandpromenade gemacht.
Um 10:30 Uhr fuhren wir dann los. Zunächst ging es nach Troulloi, einem Dorf in der so genannten Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil Zyperns, in dessen Südosten auch eine inzwischen aufgelassene Kupfermine liegt, in der auch verschiedenen Proben genommen worden sind.

Blick in die aufgelassene Troulloi-Mine

Damit waren die Themen „Magmatite“ und „Kupfererze“ soweit abgeschlossen und es ging weiter über die Autobahn zum Cap Greco im Südosten Zyperns, das wir nach weiteren 45 min. Fahrtzeit erreicht hatten.

Blick auf den Küstenabschnitt mit den Cap Greco Caves

Im Küstenabschnitt des Cap Greco Caves sind Meeressedimente des Tethys-Ozeans in eindrucksvoller Weise aufgeschlossen, die heute in vier verschiedenen übereinanderliegenden Sedimentschichten genauer untersucht und zum Teil auch beprobt worden sind. Dabei kam ein spektakulärer Fund zum Vorschein, das Innenskelett eines Tintenfisches, der zu Lebzeiten geschätzte 2 m lang gewesen sein muss. Teilweise lagen die Fossilien dicht bei dicht. Es wird noch sehr viel Arbeit für die beiden Teams geben, die Fossilien zu bestimmen und zu analysieren.

Der Tethys-Ozean muss offenbar günstige Lebensbedingungen geboten haben
Das „Prachtstück“ – ein Innenskelett eines riesigen Tintenfisches
Das rote Oval zeigt in etwa die Ausdehnung/Länge eines Innenskeletts
Das Sortieren und Verpacken des Probenmaterials muss mit großer Sorgfalt erfolgen

Nach getaner Arbeit, vor allem auch nach dem Zuordnen zu den verschiedenen Sedimentschichten und dem Verpacken in eindeutig beschrifteten Probenbeuteln war auch der zweite Teil eines erneut sehr interessante Arbeitstages beendet.

Wir fuhren mit unserem Bus noch einige Kilometer weiter Richtung Osten bis zu einer kleinen Kapelle namens Agioi Anargyroi, um von dort eine kleine Wanderung zur Konnos Beach und zurück zu unternehmen.

Die Brandung des Meeres hat an der Südostküste Zyperns diese Naturbrücke geschaffen
Das obligatorische Gruppenfoto des Tages
Die Wassertemperatur des Mittelmeeres ließ zumindest ein Fußbad zu

Hungrig und mit vielen neuen Eindrücken ging es dann zunächst nach Agia Napa, wo wir das gemeinsame Abendessen in Markos Fish Tavern genossen haben. Um 20:45 Uhr brachen wir dort wieder auf und fuhren die 45 km zurück nach Larnaca. Es war allerdings – trotz „Navi“ – nicht ganz so einfach, sich in dem Wirrwarr an engen Einbahnstraßen so zurecht zu finden, dass wir unsere Pension problemlos erreichen konnten, zumal einige Straßen samstags abends offenbar gesperrt bleiben. Letztlich aber kamen wir doch dort an und jeder von uns freute sich auf die Dusche nach dem insgesamt sonnigen und recht warmen Tag.

Um 23:00 Uhr begann dann die wohlverdiente Bettruhe … – so jedenfalls dachten es die meisten von uns, bis dann doch die Idee aufkaum, noch einmal einen Spaziergang über den Strandboulevard zu machen.

Eines der vielen Gruppenfotos
Die Ayios Lazaros-Kirche bei Nacht

In den zahlreichen Restaurants „tobte der Bär“, die Autos „stauten sich“ Stoßstange an Stoßstange entlang der Leoforos Athinon, frei nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“. Um 0:30 Uhr waren wir wieder zurück in unserer Pension, nun begann  wirklich die Nachtruhe.

 

Sonntag, 13. April 2014

Der letzte Arbeitstag, auch er war – wie alle anderen zuvor – erfolgreich.

Der Tag begann mit dem Strandspaziergang vor dem Frühstück, das wir von 9:30–10:15 Uhr im Tuck Inn eingenommen haben. Um 10:30 Uhr – wir waren alle bereits fürs Gelände präpariert – ging es dann schon los in Richtung West-Zypern. Vor uns lagen 150 km Fahrt, davon rd. 110 km auf der Autobahn, die durch eine faszinierende Kalklandschaft mit typisch mediterraner Vegetation  führt. Ein knapp 30-minütiger Stopp in der Bucht beim Pétra tou Romíou, einem isoliert stehenden Kalkfelsen, bot einen faszinierenden Blick auf die Südküste und das türkisfarbene Mittelmeer.

Bucht bei Pétra tou Romíou

Von dort ging es weiter an Pafos vorbei, der größten Stadt in West-Zypern. Unser Ziel war die Straße E 709 zwischen Pegeia und Kathikas. Nachdem wir sie von Westen aus – auch mit unserem „Navi“ nicht finden konnten, suchten wir die Zufahrt von Osten, was uns auch gelang … – nur die war durch eine Baustelle im kleinen Ort Kathikas versperrt, sodass wir uns über äußerst schmale Nebenstraßen den Weg bahnen mussten.

Blick auf Akoursos im Westen Zyperns

Die zum Teil steile und sehr kurvenreiche Straße ist geprägt durch diverse Straßenaufschlüsse im Kalksteinen des Mittelmiozäns (Miozän >= 23–5 Mio. Jahre vor heute), in der die Suche nach weitere Fossilien das Ziel für die Paläotethys-Teams war. Nachdem die ersten beiden Aufschlüsse eher weniger ergiebig waren, waren die tiefer liegenden (= älteren Schichten) weitaus interessanter und gaben mehrere Fossilfunde preis, die nun durch intensive Recherche und Feinarbeit an den entnommenen Proben (im Labor) einer Bestimmung bedürfen.

Bergung von Fossilien

Nach dem Durchfahren des etwa 6 km langen Straßenabschnitts mit etlichen Stopps machten wir östlich von Pafos noch eine kurze Picknickpause an einer Bucht mit herrlicher Brandung.

Küstenabschnitt bei Pafos
Nach getaner Arbeit – Picknickpause am Strand
Kein Tag ohne Gruppenfoto

Von dort ging es zurück nach Larnaca, das wir um 18:20 Uhr wieder erreicht hatten.

Nach dem Sonnenuntergang: Blick aus dem Fenster der Pension

Für 20:00 Uhr war dann das gemeinsame Abendessen angesagt.

Abendessen am letzten Abend

Um 23:45 waren wir wieder in der Pension zurück, kurz danach begann die Bettruhe.

Montag, 14. April 2014

Der allerletzte Tag unserer 8-tägigen Forschungsreise! Um 8:30 trafen wir uns zum gemeinsamen Strandspaziergang und zum Frisbeespielen. um 9:30 Uhr gab es dann im Tuck Inn das Frühstück. Bis 12:00 Uhr wurden ganz individuell letzte Einkäufe getätigt und die Koffer gepackt. Dann ging es los Richtung Flughafen.

Blick über den Salzsee auf Larnaca
Moschee Hala Sultan Tekke

Allerdings machten wir noch einen Zwischenstopp am großen Salzsee, der zwischen Larnaca und dem Flughafen liegt, und bei der Moschee Hala Sultan Tekke, die wir besichtigten.

Abschied von Zypern

Nach einem letzten Gruppenfoto fuhren wir weiter zum Airport, gaben unseren Bus zurück, checkten eine und dann ging es zurück nach Hamburg. Nach 1292 gefahrenen Kilometern, mit Unmengen von Eindrücken und Erlebnissen sowie zig Proben ging es zurück nach Hamburg. Das große Forschungsabenteuer ging zu Ende … – und der „Schalter musste sofort wieder umgelegt werden“, denn schon während des Fluges nach und während der Pause in Wien begannen die Vorbereitungen auf Tests und Klausuren sowie die schon bald anstehenden mündlichen Überprüfungen in Klasse 10.

Trotz Müdigkeit nach acht anstrendgenden Tagen wurde weiter gearbeitet
Konzentration bis zum Schluss

Die meiste Arbeit liegt nun noch vor den Teams. Bis zum Regionalwettbewerb Jugend forscht im Februar 2015 bleibt zwar noch viel Zeit, aber die Unmengen an Geländearbeitsergebnissen müssen nun sortiert, strukturiert, präsentiert und interpretiert werden.

Wir danken allen, die dieses Projekt gefördert und unterstützt haben,

  • der Behörde für Schule und Berufsbildung, die die einzelnen Projekte mit Geldern aus dem Förderfonds für Forschernachwuchs unterstützt,
  • der Agnes-Gräfe-Stiftung für einen Reisekostenzuschuss,
  • dem Geological Survey Department in Lefkosia (Zypern) mit Christodoulos Hadjigeorgiou und seinem Team,
  • der Hellenic Copper Mines Ltd in Skouriotissa (Zypern) mit Geschäftsführer Dinos Xydas und seinem Wissenschaftlerteam
  • und allen Eltern der beteiligten Jungforscherinnen und Jungforscher.

Und dies sind die Projektberichte:

Ahmadsei, M. & Kröger, A. [2015]: Kupferlagerstätten in Zypern – Entstehungsbedingungen und Nutzungspotenzial. Hamburg (unveröffentlichte Jugend forscht-Arbeit).
Paper-Download hier. Poster-Download hier.

Huber, L. & Song, S. J. [2015]: Magmatische Aktivitäten entlang eines mittelozeanischen Rückens im längst vergangenen Tethys-Ozean – Analysen im Tróodos-Gebirge Zyperns. Hamburg (unveröffentlichte Jugend forscht-Arbeit).
Paper-Download hier. Poster-Download hier.

Keim, L. [2015]: Die marine Fauna des Miozäns von Zypern. Hamburg (unveröffentlichte Jugend forscht-Arbeit).
Paper-Download hier. Poster-Download hier.

Keim, O. & Mostaghimi-Gomi, F. [2015]: Pygmy Hippopotamus – Analyse eines Fossilfundes in Sedimenten des mittleren Miozäns in Westzypern. Hamburg (unveröffentlichte Jugend forscht-Arbeit).
Download ist noch nicht freigegeben, da das Projekt noch nicht abgeschlossen ist. Wir bitten um Verständnis.