England/Schottland 2013

Die beiden Profilkurse des Profils „Dynamische Erde“ führten ihre Profilreise wie schon die Kurse der beiden Jahrgänge zuvor nach Nordengland und Südschottland durch. Begleitet wurden die 39 Schülerinnen und Schülern von ihren Geographie- und Geologielehrkräften.

v. l.: Wolfgang Fraedrich, Miriam Gesthuisen, Sarah Pinn, Annette Lobgesang

 Montag, 2. September 2013

Es war „vor dem Aufstehen“, als wir uns alle um 6:30 Uhr vor der Schule trafen – im Regen! Doch die an sich gute Wetterprognose und die Ankündigung, schon in Amsterdam würde die Sonne scheinen, ließ uns nicht schon zu Beginn „verzweifeln“. Das Gepäck von insgesamt 43 Reisenden war schnell verstaut, sodass der Bus schon um 6:50 Uhr in Richtung Amsterdam startete. Die Fahrt verlief ohne Staus, um 13:45 Uhr rollten wir auf den Parkplatz Fährschiffterminals im Ijmuiden, dem Hafen von Amsterdam.

Blick zurück in den Hafen von Ijmuiden beim Auslaufen der Fähre Richtung Newcastle

Der Check in verlief weitgehend zügig, auch die Passkontrolle. Nach einiger Wartezeit ging‘s um 15:30 Uhr aufs Schiff. Die Kabinen wurden bezogen, das Schiff zunächst gründlich erkundet. Pünktlich um 17:30 Uhr legte die Fähre in Richtung Newcastle ab, um auf die 161/2-stündige Überfahrt zu gehen.

Bei weitgehend klarem Himmel und recht angenehmen Temperaturen haben viele von uns die erste Zeit auf einem der Außendecks verbracht. Wie immer bei solchem Wetter auf See war der Sonnenuntergang ein „highlight“. Das Abendessen an Bord wurde ganz individuell gestaltet, um 23:00 Uhr war schließlich „Kabinenruhe“ angesagt.

Sonnenuntergang über der Nordsee

 Dienstag, 3. September 2013

Der Morgen begann für einige um 7:00 Uhr so, wie der Tag am Abend zuvor allmählich zu Ende ging, nur dass diesmal die Sonne über dem Meer aufstieg. Frühstück, Kabinen räumen und auf die Ankunft warten, so lautete das „Programm“ bis 10:00 Uhr, der Ankunft in Newcastle – von nun gab es eine andere Zeit, da die britische Zeit gegenüber der mitteleuropäischen Sommerzeit um eine Stunde „hinterher hinkt“. Es war also erst 9:00 Uhr.

Dennoch brauchten wir fast zwei Stunden, um dann endlich mit dem Bus wieder loszufahren. Auch wenn Großbritannien ein EU-Land ist, die Einreisekontrolle wird von den Mitarbeitern der britischen Immigrationbehörde so  intensiv zelebriert, das man das Gefühl hat, man würde in einen Hochsicherheitstrakt eintreten.

Dann, um 11:15 Uhr fuhren wir los in Richtung Teesdale, eine ca. 90 km lange Fahrt in die North Pennines, Englands Mittelgebirge im Norden, lag vor uns. Der Einkaufs-Zwischenstopp in Bishop Auckland verlief reibungslos, die Menge des Eingekauften ließ die Erwartung aufkommen, dass diese auch eine positive Entwicklung an der Londoner Börse auslösen würde. Gegen 13:00 Uhr erreichten wir den Ausgangspunkt unserer Wanderung im Teesdale, die kleine Siedlung Bowlees. Vom Vistitor Center und dem nahegelegenen Parkplatz aus ginge wir zunächst hinunter zum River Tees, überquerten ihr auf einer Hängebrücke und waren fasziniert vom „Low Force“, einem Wasserfall. Wir wanderten ca. eine Stunde flussaufwärts bis zum so genannten „High Force“, einem Wasserfall, der eben deutlich höher ist als der Low Force.

Einfahrt in den Hafen von Newcastle
Gruppenfoto oberhalb des Low Force im Teesdale

Nach dem Picknick bei herrlichem Sonnenschein und gefühlten 22 °C, wurden die geologischen Verhältnisse der Region besprochen. Ausgehend von dem, was man in der Landschaft an verschiedenen Strukturen erkennt, wurden die Sachverhalte aufgeschlüsselt und mit dem verknüpft, was zuvor im Unterricht theoretisch erarbeitet worden war. Ob Gesteinskunde, Magmaaufstieg und Magmaherkunft, Wüstenlandschaften im Karbon, Dünnschliffanalyse eines Dolerit (Spuren lesen im Gesteine) – es war „für jeden etwas dabei“.

Low Force

Dann ging es zurück, doch bevor wir die Hängebrücke wieder überquerten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum „baked rock“, einem ca. 3 m hohen Felsen, der allen abtragenden Kräften getrotzt hat und nahezu isoliert in der Tallandschaft aufragt. Er zeigt in sehr „eindrucksvoller Weise“ den Unterschied von Dolerit, Sandstein und Hornfels und ist ein Beleg für die Kontaktmetamorphose des aufsteigenden Magmas.

Um 17:00 Uhr begannen wir die Rückfahrt in Richtung Newcastle, wir überquerten die North Pennines in Richtung Norden und konnten so auf der „berg- und talbahnartigen“ Fahrt erfahren, was Sättel und Mulden in einer eingerumpften Mittelgebirgslandschaft sind.

Schafe prägen das Landschaftsbild der North Peninnes

Um 18:15 Uhr erreichten wir unser Übernachtungsquartier in Newcastle. Nach dem Check in ging’s zunächst auf die Zimmer und dann in die nahe gelegene Innenstadt. Hier waren wir in Kleingruppen unterwegs, unsere Erkundungsrouten konnten wir selbst festlegen. Irgendwie baute jede Gruppe ihr Abendessen ein.

Die große Brücke über den River Tyne verbindet Newcastles Stadtzentrum mit den südlichen Ortsteilen

Für 23:00 Uhr (Ortszeit) schließlich war angesagt, dass wir uns auf unsere Zimmer zurückzuziehen hatten. Nach einem erlebnisreichen und mit vielen Eindrücken „angereicherten“ Tag und der  ausgiebigen (für viele von uns eher ungewohnten) Wanderung gingen wir schließlich müde ins Bett.

Mittwoch, 4. September 2013

Nach nur einem Tag hieß es heute schon wieder Abschied von Newcastle nehmen. Da die Abfahrt in Richtung Edinburgh erst für 11:00 Uhr angesetzt war, nutzten alle die Zeit nach dem Frühstück dazu, sich Teile der Innenstadt auf eigene Faust noch einmal bei Tageslicht anzusehen und dabei hier und da auch etwas einzukaufen. Um 10:45 Uhr begannen wir das Gepäck im Bus zu verstauen und pünktlich um 11:00 Uhr starteten wir. Die Fahrt führte zunächst aus dem Zentrum Newcastles hinaus in Richtung Nordwesten. Kreisverkehr für Kreisverkehr wurde umrundet, bis wir ca. 20 Minuten später auch den Stadtrand hinter uns gelassen hatten und nun „über Land“ in Richtung Schottland fuhren – durch eine Landschaft, die vor allem durch Getreideanbau aber auch durch Weidewirtschaft (vor allem Schafzucht) geprägt ist.

Etwa um 12:15 Uhr erreichten wir den Übergang nach Schottland, „markiert“ durch Flaggen, einen großen Grenzstein und durch einen Dudelsackspieler, der sich spielend mal mit Touristen fotografieren ließ, dann aber auch Zeitung lesend seine Pausen hatte.

Die Flaggen von England (li.) und Schottland
An der englisch-schottischen Grenze

Weiter ging’s nun durch die schottischen Lowlands in Richtung Edinburgh. Um 14:30 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft, das Edinburgh Central Youth Hostel am Haddington Place, ca. 2 km nordöstlich des Stadtzentrums von Edinburgh gelegen. Der Check in verlief wie gewohnt zügig und schon um 15:50 Uhr ging es weiter zum Charlotte Square, wo dann um 15:50 Uhr eine 21/2-stündige Stadtrundfahrt begann, auf der uns fachkundig Marion Rodger begleitete. Sie führte uns mit unserem Bus durch die New Town und die Old Town, wir erklommen zu Fuß Calton Hill, umrundeten Arthur’s Seat und genossen von den erloschenen Vulkanen einen faszinierenden Ausblick auf Edinburgh in alle Richtungen – bei herrlichem Sommerwetter mit klarer Fernsicht.

Blick vom Calton Hill auf Arthur’s Seat und die Salisbury Cracks
Blick auf Prestonfield, einen der wohlhabenderen Stadtteile von Edinburgh

Wir erfuhren „so nebenbei“ Details zur die Geschichte der Stadt und zu berühmten Persönlichkeiten, die Edinburghs Entwicklung prägten. Nicht fehlen durfte eine kurze Audienz im „Palace of Holyroodhouse“, dem Sommersitz der britischen Königin, die in Anbetracht des vollgefüllten Programms zumindest für die wichtigsten Fotos reichte.

Palace of Holyroodhouse, Sommerresidenz der britischen Königin
Das britsiche Königspaar im Palace of Holyroodhouse

Gegen 19:00 Uhr erreichten wir wieder das Hostel, die Abendgestaltung erfolgte individuell. Essen gehen oder Kochen in der Hostelküche, Shoppen und Sightseeing, es war von allem etwas dabei. Um 23:00 Uhr war dann die wohlverdiente Bettruhe.

Donnerstag, 5. September 2013

Politik – Schottlands Erdgeschichte – Architektur von Old Town und New Town – Filialisierung im Einzelhandel entlang der Princes Street, das waren heute die Themen.

Pünktlich um 9:00 Uhr hatten wir uns nach 25-minütigem Fußweg beim schottischen Parlament eingefunden, um als erstes neben einer Führung auch eine „Question and Answer-Talkrunde“ angeboten zu bekommen.

Im Plenarsaal des schottischen Parlaments

Im Mittelpunkt standen die Bedeutung des schottischen Parlaments und vor allem die Frage, welche Auswirkungen eine eventuelle Unabhängigkeit Schottlands haben könnte, sollte die Mehrheit der schottischen Wahlberechtigten im Referendum am 18. September 2014 für die Unabhängigkeit stimmen. Uns wurden in den gut zwei Stunden die verschiedensten Perspektiven erläutert – in englischer Sprache selbstverständlich.

Gruppenfoto vor dem Parlamentsgebäude

Anschließend besuchten wir den die „Outdoor-Exhibition“ des Museums „Dynamic Earth“, die auf sehr anschauliche und einfache Weise Schottlands langen erdgeschichtlichen Weg erläutert.

Schautafel der frühen schottischen Erdgeschichte

Danach lag der Schwerpunkt für einen kleinen Teil der Gruppe auf verschiedenen „Erkundungstouren“ durch Old Town und New Town – Geländearbeit für Jugend forscht- bzw. BLL-Projekte (BLL = Besondere Lernleistung), während der weitaus größere Teil in Kleingruppen Edinburgh auf eigene Faust erkunden konnte.

Ein „Straßenmusiker auf Schottisch“ in der Princes Street
Blick von der Princes Street auf die Old Town

Shopping, „die Stadt einfach nur so anschauen“ oder/und der Aufstieg auf Edinburghs Vulkan Arthur’s Seat – das waren nur einige der Beschäftigungsmöglichkeiten, bevor es dann in unterschiedlicher Weise zum Abendessen ging (selbst Kochen, Essen gehen).

Edinburgh Castle, von Arthur’s Seat aus gesehen
Typische schottische Linienbusse (die übrigens viel häufiger fahren als in Hamburg)

 Freitag, 6. September 2013

Heute begann die Rückreise. Pünktlich wie verabredet war die gesamte Gruppe um 9:00 Uhr mit dem Auschecken im Hostel fertig und stand mit dem Gepäck zur Abfahrt bereit. Unser Busfahrer kam mit dem Bus von einem Coach Park, wo er das Fahrzeug am Mittwoch Abend abgestellt hatte, da wir den Bus gestern nicht gebraucht hatten.

Von Edinburgh aus ging es zum Scottish Mining Museum, das südlich von Edinburgh liegt, um 10:00 Uhr waren wir wie vereinbart dort.

 

Das Museum zeigt die weitgehend erhaltene Schachtanlage der Lady Victoria Colliery, eine Steinkohlenzeche, die 1981 ihren Förderbetrieb eingestellt hatte. Diese Schachtanlage war eine von fast 300 ehemals aktiven Steinkohlenzechen im Süden Schottlands.

Teil der alten Lady Victoria Colliery

Im ersten Abschnitt erhielten wir in zwei Gruppen jeweils eine fachkundige Führung eines Miners aus der damaligen Zeit, der uns an authentischen Plätzen der Schachtanlage Informationen über die technischen Entwicklungen der Steinkohlengewinnung und der Förderung sowie die Gefahren des Steinkohlenbergbaus informierte. Im Anschluss daran besuchten wir die Ausstellung des Museums, in dem sich der Besucher über alle Teilthemen des Steinkohlenbergbaus und das damalige Leben der Bergleute in Südschottland informieren kann.

Führung durch das Scottish Mining Museum mit Ex-Coalminer Jim Cornwall

Um 12:00 Uhr fuhren wir dann weiter nach Newcastle. Aus dem grauen Himmel hatte es nun zu regnen begonnen, mal mehr, mal weniger, aber immer so viel, dass die Scheibenwischer des  Busses ständig in Bewegung waren.

Rückfahrt nach Newcastle bei „britischem Landregen“
Typische Agrarlandschaft in Südschottland

Die schottische und im weiteren Verlauf die englische Landschaft erschienen nun in einem ganz anderen Licht als während der sonnigen Tage zuvor.

Um 14:30 Uhr erreichten wir den Fährschiffterminal in Newcastle, der Check in verlief reibungslos, sodass wir schon fast zwei Stunden vor unserer Abreise in den Kabinen waren. Um 17:00 Uhr, inzwischen hatte sich das Wetter weiter verschlechtert, legte die Fähre ab. Umgeben von Horden lärmender erwachsener und schon gut angetrunkener Fahrgäste konzentrierten wir uns auf den Seegang, der auch in unserer Gruppe zum Rückwärtsessen animierte.

Windstärke 6 reichte aus, um Seekrankheit auszulösen

Früh schlafen gehen, Besuch des Duty Free Shops, Abendessen individuell oder auch im Restaurant und Tanzen in gepflegter Atmosphäre waren einige Aktivitäten bis zur Nachtruhe.

Samstag, 7. September 2013

Hatte der Seegang noch jede(n) von uns sanft einschlafen lassen, hatte er sich dann im Laufe der Nacht gelegt. Beim Aufenthalt an Deck nach dem Frühstück behielt man festen Stand an Deck und so war es möglich, den Einlauf in den Hafen mitzuerleben.

Der Hafen Ijmuiden ist bereits in Sicht
Fährschiffe fahren nicht unbedingt umweltfreundlich – Dieselrußfahnen verschleiern die Sicht

Unsere Gruppe hatte sich dann pünktlich um 9:30 Uhr auf Deck 7 zum Ausstieg versammelt, müde und abgeschlagen von fünf erlebnisreichen Tagen in Nordengland und Südschottland.

Warten auf den Ausstieg

Die Passkontrolle lief reibungslos, unser Bus rollte vom Schiff und um 10:45 Uhr starteten wir in Richtung Hamburg, standen allerdings schon nach einer Stunde Fahrtzeit im Stau.

Stau auf der holländischen A 1

Mit einer kürzeren und einer längeren Pause und zum Zeitvertreib zwei Spielfilmen, die über das „Bordkino“ unseres Reisebusses liefen, erreichten wir um 18:20 Uhr das Schultor. Sechs erlebnisreiche Tage auf der britischen Insel gingen zu Ende.

 

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