Deutsch-russisches Theater: Begeisterte Gäste

„Herzlichen Dank für den Theater-Abend! Wir haben uns wunderbar amüsiert und herzhaft gelacht. Solche Abende tun gut in dieser kalten und dunklen Jahreszeit.“ Diese Mail spricht vielen Besuchern der deutsch-russischen Aufführung  von „Wer ist wer? Mascha oder Dascha?“ aus dem Herzen.
Die Pausenhalle des Gymnasiums Heidberg war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele der über 400 Zuschauer lassen sich keine der deutsch-russischen Produktionen entgehen. Sie sind schließlich, wie Schulleiterin Simone Krohn-Fröschle betont, etwas Besonderes. Hier stehen russischer und deutsche Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf der Bühne, jeder spricht die Sprache des anderen: Die russischen Schüler übernehmen die deutschsprachigen Rollen, die deutschen Schüler die russischsprachigen.

Die Vorlage für dieses zweisprachige Theaterspiel lieferte Erich Kästner mit „Das doppelte Lottchen“: Die Zwillinge Mascha und Dascha werden getrennt, als ihre Eltern sich scheiden lassen. So wächst Mascha in Hamburg auf, Dascha in St. Petersburg. Der Stoff bot den Schülern Anlass für viele Ideen:

Dascha (Anja Getmanova) aus St. Petersburg, re: Mascha (Kim Bredemeyer) aus Hamburg

„Da wurde doch glatt der Sepp mit der ‚Krachledernen‘ und dem alten Wanderlied in Szene gesetzt – einfach herrlich! Auch die Hamburger Künstler-Mutti mit der bayerischen Omi und Mascha –  leckere Knödel essend  oder  die Hamburger Kirchen suchend– prima Idee und sehr gut gespielt. Wir haben schallend gelacht, als der Papa in Petersburg – statt in die Stretchlimousine zu steigen – auf das Bobby-Car stieg und angeschoben von seiner arrogant hochnäsigen Bekannten Janna davonfuhr. Ach, alles wird gut: statt Borschtsch Mc Donald’s  und das große Finale vor dem Heine-Denkmal – ein Happy End – wie schön und ach so selten im Leben.“ (aus der Mail von E. und U. T.)

Besonderen Pfiff erhielt diese Aufführung auch durch Tanzeinlagen des  Ensembles „Tanzbrücke“ (Leitung: Natalia Dergatcheva). Die 8–12-jährigen Kinder aus deutsch-russischen Familien, die sich im Übrigen 2010 auf Sardinien einen Weltmeistertitel geholt hatten, ergänzten das deutsch-russische Theaterspiel und die Idee von Joint venture auf der Ebene der Schule: „Sprachen verbinden“

Der große Einsatz aller Beteiligten hat sich gelohnt; immerhin hatten alle Proben an Wochenenden stattgefunden. Die Hamburger Gruppe bestand aus  Dominic Baier, Kim Bredemeyer, Tristan Brümmer, Jaqueline Hengstmann, Paul Holthuis, Jasmin Torba, Nelli Langlitz, Tobias Mähnert, Tim Rathmann, Kathrin Schischokin, Marcel Valentiner und Nathalie Volquards. Verantwortliche Lehrkräfte waren wieder Ursula Wegehenkel und Dr. Elke Hertel, Nina Khrouleva und Polina Simina, für die Tänze Natalia Dergacheva.

Ermöglicht wird dieses Kooperationsprojekt dank der Unterstützung des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, der Behörde für Schule und Berufsbildung und der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch. Unterstützt wurde es auch wieder von unserem/r Langenhorner Hotel und Speisenwirtschaft Wattkorn.

Wer die Premiere im Gymnasium Heidberg verpasst hat, ist herzlich eingeladen, im April nach St. Petersburg zu kommen: Die nächsten beiden Aufführungen finden am 13. April 2011 um 12.00 Uhr in der Schule Nr. 72 und am 14. April 2011 um 18.00 Uhr im Dom Aktjora (Haus des Schauspielers), Newskij Prospekt 86, in St. Petersburg statt.