Girls‘ and Boys‘ Day – Erfahrungsberichte

Am 22. April 2010 fand wieder der Girls‘ and Boys‘ Day auch für Hamburger Schülerinnen und Schüler statt.

Der ursprünglich nur als Girls’ Day ins Leben gerufene bundesweit durchgeführte Aktionstag findet einmal im Jahr statt. Er soll speziell Mädchen motivieren, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen, um so die Chance zu erhöhen, dass der Anteil der weiblichen Beschäftigten in den so genannten „Männerberufen“ steigt. Deshalb laden verschiedene Unternehmen, überwiegend in der Industrie aber auch im Dienstleistungsbereich, Mädchen ab der 5. Klasse in ihr Unternehmen ein und geben ihnen Gelegenheit, Arbeitsplätze und Produktionsverfahren kennenzulernen. Oft sind es auch die Töchter der Beschäftigten, die den Arbeitsplatz ihrer Eltern kennenlernen.

Da jedoch auch die Jungen an einem solchen Tag vergleichbare Informationen bekommen können (vgl. u.a. hier), hat sich die Initiative inzwischen vielerorts zu einem Girls‘ and Boys‘ Day weiterentwickelt.

Girls and Boys Day_kl

Um zahlreiche Erfahrungen reicher – am Donnerstag, den 22. April 2010 hatten unsere Schülerinnen und Schüler der Unter- sowie Mittelstufe erneut die Möglichkeit, den Girls‘ and Boys‘ Day/ Berufsorientierungstag für sich individuell zu nutzen, um Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen sammeln zu können. Ob Firmen- oder Betriebserkundung, Shadowing, Uni- oder BIZ-Besuch, viele unserer Schülerinnen und Schüler waren sehr aktiv. Hier geht es beispielhaft zu drei Erfahrungsberichten einzelner Schüler aus der neunten Jahrgangsstufe.

Ein Tag an der HafenCity Universität
Erfahrungsbericht von Kim B., 9c

Bereits im Januar habe ich mich im Internet für den Girls’ Day 2010 beworben. Es gab sehr viele Angebote, doch ich habe mich für die HCU (HafenCity Universität) entschieden. In der Beschreibung dieser Veranstaltung stand, dass die verschiedenen Studiengänge der HCU vorgestellt werden sollten. Besonders das Studium der Architektur interessiert mich, da meine Berufswahl eventuell in diese Richtung gehen könnte. Außerdem habe ich bereits letztes Jahr ein Praktikum bei einer Architektin gemacht.
Die Veranstaltung begann am 22. April 2010 um 9:00 Uhr in der HafenCity Universität in Hamburg. Es nahmen insgesamt ca. 60 Mädchen daran teil. Zunächst wurden wir begrüßt  und in verschiedene Gruppen eingeteilt. Diese sich neu gefundenen Gruppen wurden dann jeweils einem Studenten oder einer Studentin der HCU zugeteilt, welche uns zunächst die jeweiligen Studiengänge vorstellten. An der HCU werden folgende Studiengänge angeboten: Kultur der Metropole, Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung. Man kann einen Abschluss als Bachelor oder auch als Master erwerben und im Anschluss auch die Promotion erzielen.
Gemeinsam mit meiner Gruppe ging es zu dem Bereich Kultur der Metropole. Zunächst  wurde der Aufbau sowie die Methoden des Studiums erklärt. Als praktisches Beispiel des Studiums sollten wir zu unserem Schulweg eine so genannte Mental Map anfertigen. Dabei handelt es sich um eine Karte, in der nicht nur der Weg, sondern auch die einem persönlich wichtigen Gebäude dargestellt werden. Das Studium beinhaltet die Unterschiede einzelner Metropolen und die verschiedenen Bedürfnisse ihrer Einwohner. Weiter ging es zum Bereich Stadtplanung. Anhand eines Plans und unterschiedlichen Gebäudemodellen war es dort unsere Aufgabe einen komplett neuen Stadtteil zu entwerfen. Die Stadtplanung beschäftigt sich mit der Stadtentwicklung und es wird der Bau neuer Städte bzw. Stadtteile geplant.
Bei der Vorstellung des Studiums der Architektur sollten wir als Gruppe erst einmal die Aufgaben eines Architekten erarbeiten, was mir durch mein Praktikum im letzten Jahr nicht besonders schwer fiel. Um uns mit der Arbeit eines Architekten vertraut zu machen, erstellten wir ein beispielhaft ein Modell für ein Bushäuschen. Nach einer kurzen Pause kamen wir zu dem Studiengang  des Bauingenieurwesens. Uns wurden die Methoden des Straßenbaus erklärt und anhand einer Karte die Aufgaben eines Ingenieurs erläutert. Außerdem nahmen wir für kurze Zeit an einer Vorlesung teil. Am Ende haben wir verschiedene Methoden für eine Messung einer Strecke ausprobiert und erhielten auf diese Weise erste Einblicke in den Bereich der Geomatik.
Insgesamt hat mir der Tag sehr gut gefallen, gerade weil die neuen Erfahrungen mich in meiner Vorstellung für mein Studium bestärkt haben. Die Inhalte der unterschiedlichen Studiengänge wurden gut von den Studenten erklärt und man hat einen groben Einblick in das Leben eines Studenten gewinnen können. Ich kann mir nun besser vorstellen, was mich in meinem späteren Studium erwarten könnte.

Kim B., 9c

Einblick in die Arbeit eines Mediendesigners
Erfahrungsbericht von Paul L. (9a)

Am Girls’ and Boys’ Day/Berufsorientierungstag am 22.04.2010 war ich mit einem Freund aus meiner Klasse bei der Adobe Systems Engineering GmbH in der Nähe des Fischmarktes. Als erstes haben wir eine Führung durchs Gebäude gemacht. Uns wurden alle Räume gezeigt und es wurden uns die einzelnen Mitarbeiter vorgestellt. An seinem Arbeitsplatz hatte jeder Mitarbeiter mindestens zwei Bildschirme, einen Mac pro und jeder Raum hatte mindestens eine Konsole und dazu natürlich den passenden FullHD Beamer. Wir waren schon um ca.10:00 Uhr morgens da, während die meisten Mitarbeiter erst gegen Mittag kommen, da sie oft Konferenzen mit Indien oder den USA abhalten müssen.
Eine Mitarbeiterin hat sich für uns etwas Besonderes ausgedacht. So durften wir beispielsweise eine Software testen die es offiziell noch gar nicht gibt. Die Software dient zur Arbeit mit Websites, Videos, Animationen und der Textverarbeitung usw. Zweck dieses Vorhabens war es uns zu zeigen, was Mediendesigner machen. Wir konnten zu gucken ob das Programm wirklich so einfach ist wie es sich die Entwickler dachten und wir konnten testen, ob wir noch Fehler finden, denn es soll bald an einzelnen Schulen eingeführt werden.
Zur Mittagspause gab es eine Currywurst in der Kantine, die ganz lecker war auch wenn die Pommes sehr scharfkantig waren. Zudem haben wir den ganzen Tag über gratis Getränke bekommen.
Um 15:00 Uhr ging unser Tag zu Ende und mit ein paar Werbegeschenken machten wir uns auf den Weg nach Hause.

Paul L., 9a

Einblick in die Arbeit eines Mediendesigners
Erfahrungsbericht von Patric F. (9a)

Am 22.4 war es mal wieder so weit, der Girls´and Boys´ Day/Berufsorientierungstag stand vor der Tür. Mein Freund und ich besuchten die Firma Adobe, welche weltweit Computerprogramme entwirft und entwickelt. Unser Tag begann mit einer gemeinsamen Führung und zunächst besichtigten wir die Büros der Designer. Diese entwerfen vom einfachen Button bis hin zum kompletten Programm alles, weshalb dieser Bereich der Firma unter den Mitarbeitern umgangssprachlich auch die „Icon Factory“ genannt wird. Als unsere Tour weiter ging, besuchten wir die Entwickler, welche für das Programmieren zuständig sind. Diese sorgen nicht nur dafür, dass die Entwürfe der Designer umgesetzt werden, sondern auch dafür, dass die Programme später wie geplant funktionieren. Nach unserer Tour brachte man uns schließlich in einen Raum, an dem für jeden von uns ein Notebook bereit stand um ein Programm antesten, welches tatsächlich noch in der Entwicklung ist.
Gegen 15:30 Uhr war unser Tag bei Adobe schließlich vorbei. Wir berichteten den Mitarbeitern was uns an dem Programm gefallen hat und was man aus unserer Sicht besser machen könnte. Als Dankeschön dafür, dass wir mitgeholfen haben, bekamen wir einige kleinere Geschenke. Nach unserem Besuch trafen sich die Mitarbeiter für eine Videokonferenz mit Indien. Adobe ist eine Firma die auf dem Weltmarkt interagiert. Aus diesem Grunde stehen solche Konferenzen auf der Tagesordnung. Alles in allem hatte ich einen sehr spaßigen und interessanten Tag und ich hätte nie gedacht, dass mir ein Bürojob so viel Freude machen könnte.

Patric F., 9a