Malta 2017

Der Profilkurs „Dynamische Erde“ des 3. Semesters geht vom 23.–27. September 2017 auf seine Profilreise auf die kleine Mittelmeerinsel Malta. Gemeinsam mit ihren beiden Lehrkräften Miriam Gesthuisen und Wolfgang Fraedrich haben sich die 23 Schülerinnen und Schüler auf stadtgeographische und geologische Themen im Unterricht vorbereitet, um diese vor Ort vertiefen zu können. Dazu gehört es, die Hauptstadt Valletta in den Fokus zu nehmen und zugleich wird die Insel im Verlauf einer Tagesexkursion mit einem Bus erkundet.

 

Samstag, 23. September 2017

Wir haben uns alle pünktlich am Terminal 2 des Hamburger Flughafens getroffen. Bordkarten ziehen. Security-Check,Boarding – alles lief problemlos. Um kurz nach 11:00 Uhr hob unser A 321 der Lufthansa in Richtung München ab, wo wir pünktlich um 12:15 Uhr landeten.
Die gut zwei Stunden bis zum Abflug nach Valletta nutzen wir, um den Terminal samt Shopping-Meile zu erkunden, hier und da auch einen Snack zu sich zu nehmen. Der Abflug nach Valletta erfolgte mit leichter Verspätung, mit der wir auch um 16:50 Uhr auf Malta landeten. Der Flug führte über das Alpenvorland entlang des Inntals, weiter über die schon in höheren Lagen verschneiten österreichischen Alpen in Richtung Norditalien, dann weiter über Mittelitalien in Richtung Sizilien, das wir im Westen überflogen. Von dort aus waren es dann nur noch 15 Minuten bis Malta. Die Sicht war nicht immer gut, weil es zum Teil auch bewölkt war.

Über den österreichischen Alpen
Blick auf Siziliens Küste
Der Hafen von Licata an der Südküste Siziliens mit seinen Hummerscheren
Blick auf Bugibba an der Nordwestküste Maltas
Im Anflug auf Valletta
Abendstimmung über den Dächern von Sliema

Am Flughafen in Malta wurden wir von einem Tourguide in Empfang genommen, der uns den Weg zu unserem Bus zeigte. Der Transfer zu unserer Unterkunft BlueBay Apartments erfolgte zügig in knapp einer halben Stunde. Der CheckIn dort verlief reibungslos. Anschließend wurden letzte Einkäufe für die Selbtsverpflegung getätigt. Um 19:30 Uhr folgte ein Treffen, in dem kurz der restliche Tagesablauf (zur freien Verfügung für einen Stadtbummel, Nachtruhe ab 23:00 Uhr) besprochen worden ist. Die Teams verbrachten ihre Zeit ganz individuell.

 

Sonntag,24. September 2017

Der heutige Tag begann schon früh morgens mit lautem Donner – eine ausgedehnte Gewitterfront zog aus dem nordwestlichen Mittelmeer über Sizilien und dann Malta hinweg. Erst gegen 13:00 Uhr begann es aufzuklaren. Vorher sind wir schon gut nass geworden.

Um 9:30 Uhr hatten wir uns alle pünktlich unten in der Lobby unseres Apartmenthauses getroffen, sind dann in moderatem Regen etwa 15 min. zum Fährschiffanleger gegangen. Von dort aus führte uns eine 10-minütige Fahrt hinüber nach Valletta. Dort angekommen, retteten wir uns erstmal unter Sonnenschirme eines Cafés und warteten den sintflutartigen Regen ab. Entlang der Kantsteine entwickelten sich kleine Flüsse, über die das Wasser hinab ins Mittelmeer floss.

Warten vor unserem Apartmenthotel wegen des Regens
Autoräder als Hindernis für die Regenflüsse
Das erste Gruppenbild – vor der Fährüberfahrt am Schiffsanleger (wir sind im Trockenen)

In Valletta angekomen, ging es zunächst über eine der steilen Seitenstraßen hinauf zur Republica Street. Von 11:30–13:30 Uhr sollte die Altstadt in Teams ein erstes Mal auf Besonderheiten und Auffälligkeiten hin erkundet werden. Treffpunkt war das große Stadttor am Westrand der Altstadt. Obwohl wir in der Stadt waren, kam die Geologie nicht zu kurz. Zum einen sind die aus dem maltesischen Kalkstein geschnittenen Steinplatten in der Fußgängerzone vielfach aus dem fossilreichen Kalk gefertigt und geben einen Einblick in die Vielfalt des Lebens im Zeitraum von etwa 20–15 Mio. Jahre vor heute, zum anderen offenbart der Sockel, auf dem die Altstadt Vallettas aufgebaut worden ist, mehrfach Einblick in die Schichten des so genannten Lower Globigerina Limestone aus dem älteren Miozän, der zudem deutlich sichtbar von Verwerfungen durchzogen ist. Dieser Kalkstein ist aus den fossilen resten unzähliger kleiner Einzeller (u. a. Globigerina bulloides) aufgebaut.

Es wimmelt in den Kalkplatten nur so von Fossilien, u. a. ist ein großer Seeigel zu erkennen
Der Sockel der Altstadt Vallettas im Westen – Lower Globigerina Limestone mit Verwerfungen

Nach dem ersten gemeinsamen Treffen wurden zunächst ein weiteres Gruppenfoto und Videoaufnahmen für eine La-Ola-Welle gemacht. Die Treppe direkt vor dem Stadttor bot sich idealerweise dazu an.

Gruppenbild mit Spagat
Blick auf die durch Verwerfungen geprägten Schichten des Lower Globigerina Limestone

Anschließend erfolgte die zweite Fußexkursion in kleinen Gruppen bzw. es wurde für ein Jugend forscht-Projekt die Kartierung durchgeführt.

Um 17:00 Uhr war Treffpunkt am Fährschiffanlager, von dort aus ging es zurück nach Sliema. Der Abend stand zur freien Verfügung. Um 22:30 Uhr war Zapfenstreich.

Während der Fährschiffrückfahrt: Blick im Abendlicht auf die Altstadt von Valletta

Die Nacht begann, wie der Tag frühmorgens begonnen hatte, mit einem kräftigen Gewitter. Faszinierende Blitze waren zu sehen, auch jetzt schüttete es wieder wie aus Eimern.

 

Montag,25. September 2017

Für heute war die Wettervoirhersage perfekt: nahezu wolkenloser Himmel und Temperaturen um die 27 °C – was will man da mehr, wenn man eine Tagesexkursion auf der Insel malta macht? nach dem jeweils individuellen Frühstück war das treffen in der Lobby um 8:40 Uhr. Um 9:00 Uhr sollte uns der Bus unten an der Hauptstraße „The Strand“ abholen. Nachdem unserer Busfahrer nach einigen Telefonaten mit seiner Agentur verstanden hatte, dass kein weiterer Reiseleiter (außer den beiden Lehrlräften) mit auf die Tour geht, ging es mit leichter Verspätung los.

Die Exkursionsroute für den 25. September 2017

Die erste Station (1) war die antike Tempelanlage von Tarxien. Diese jungsteinzeitliche Megalith-Tempelanlage ist schon seit 25 jahren UNESCO-Weltkulturerbe. Einzelheiten dazu erläuterten uns Alex, Vivien und Lioba.

© Hamelin di Guettelet [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Plan_des_temples_de_Tarxien.png]
Referat vor Ort: Alex erläutert den Tempelgrundriss
Blick über die Ausgrabungsstätte
Die La-Ola-Welle läuft im Kreis

Von Tarxien führte uns der Weg einmal quer über die Insel zur höchsten Region Maltas an der Südküste. Dort liegt die höchste Erhebung (Ta‘ Dmejrek) mit 253 m. Unser Bus hielt auf einem kleinen Parkplatz etwas abseits der Radarstation. Von dort aus hatte man einen eindrucksvollen Blick auf die Steilküste mit den Dingli Kliffs (2). Hier erfuhren wir auch in einem weiteren Referat mehr über das Klima, die Böden und die Vegetation auf Malta.

Nicht weit entfernt lag unser nächster Stopp. Zunächst fuhren wir etwa 1 km weiter mit dem Bus und führten von dort eine kurze Wanderung durch. Die meist kahle, oft sogar ohne Bodenbedeckung geprägte Landschaft zeigt intensive Spuren chemischer Erosion im Kalkstein, an einigen Stellen auch markante Spuren, die sog. „Cart Ruts“ (3). Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie sie entstanden sind. Sie kommen an mehreren Stellen auf Malta vor und haben eine einheitliche Spurbreite von 1,41 m und eine Tiefe von etwa 60 cm . Da diese prähistorischen Spuren immer in der Nähe von Steinbrüchen liegen, geht man davon aus, dass sie beim Transport von Gesteinsblöcken entstanden sind.

Cart Ruts in der Nähe des Ta‘ Zuta Quarry (quarry = Steinbruch)

Der nächste Stopp waren die von den Briten im 19. Jahrhundert errichteten sog. Victoria Lines, ein einmal quer durch den Nordwesten verlaufender Befestigungswall, benannt nach der britischen Königin Victoria, die im Jahr der Vollendung des Walls (1897) ihr 60-jähriges Thronjubiläum hatte. In einem weiteren Referat wurde die Bedeutung dieser Schutzanlage erläutert, die von Norden her eindringende feindliche Truppen abhalten sollte.

Von dort aus ging es weiter zur Gnejna Bay. Hier hielten wir uns mehrere Stunden auf, zum einen, weil hier ein phantastischer Blick auf die Abfolge der Gesteine, die Malta aufbauen, gegeben ist, zum anderen, weil sich hier ein idealer Badeplatz bot.

 

Blick über den Südrand der Gnejna Bay in Richtung Gozo
Fossile Schecken – Dokument eines intakten marinen Lebensraums vor rd. 15 Mio. Jahren
Blick über den Nordabschnitt der Gnejna Bay
Panoramablick auf Valletta bei untergehender Sonne

Gegen 16:00 Uhr fuhren wir wieder zurück in Richtung Sliema, dort wurden zumeist erstmal Einkäufe erledigt. Die Gestaltung des Abends erfolgte individuell. Immer wieder eindrucksvoll ist der Blick auf Valletta.

Valettas Altstadt am Abend
Eindrucksvoller Blick auf den zunehmenden Mond

Dienstag,26. September 2017

Joshua und Johannes hatten Annabelle, Lena und Herrn Fraedrich animieren können, bei Dunkelheit am frühen Morgen aufzustehen, um an der Küste vor dem Fort Tigné den Sonnenaufgang (6:52 Uhr) zu beobachten. Schon um 5:45 Uhr war Treffen in der Lobby, von den BlueBay Apartments bis zum Point Tigné sind es etwa 25 min. zu Fuß. Während der Dämmerung erreichten wir Point Tigné, majestätisch blinzelte die Venus als Morgenstern vom Himmel herunter. Zahlreiche Fischer und auch Frachtschiffe waren auf dem Mittelmeer unterwegs. Als glutroter Ball tauchte die Sonne auf und ließ die Nacht zum Tag werden.

Morgendämmerung am Point Tigné mit der Venus als Morgenstern
Ein faszinierendes Bild – der Sonnenaufgang

Für Joshua begann nach dem Sonnenaufgang dann erst die Arbeit. Eine Vielzahl fossiler Einschlüsse im sog. Upper Globigerina Limestone sind u. a. gegenstand eines Jugend forscht-Projekts, für das ein Prachrtexemplar eines fossilen Seeigels nvorsichtig herauspräpariert wurde. Um 8:15 Uhr waren wir wieder zurück im Apartment-Hotel.

Fossiler Seeigel im Upper Globigerina Limestone

Um 10:00 Uhr ging es dann wieder hinüber nach Valletta. Zum einen musste die Kartierung fortgesetzt und beendet werden, zum anderen wurden weitere Referate abgearbeitet, u. a. zur Stadtgeschichte Vallettas und auch zur Landwirtschaft Maltas.

Die Referenten Yannick und Silas …
… sowie Mandana und Muriel

Der zweite Teil des Valletta-Programms stand zur freien Verfügung – eigene Erkundungsgänge, oft verknüpft mit einem Stopp in einer Eisdiele oder einem Café.

Blick in die Republic Street, Fußgängerzone und Vallettas bedeutendste Einkaufsstraße
Ein typisches Bild für Valletta – moderne Einzelhandelsgeschäfte direkt neben Leerstand, davor die typisch britische Telefonzelle; aber allenthalben wird saniert, denn Valletta wird 2018 Kulturhauptstadt Europas sein
Wer in Valletta Auto fährt, muss in den zumeist sehr engen Straßen viel Geduld aufbringen und sein ganzes Fahrkönnen aufbieten

Nach der Rückkehr legten einige eine Erholungspause ein (es war wieder sehr warm und sie Sonne schien unaufhörlich), andere nutzen die Gelegenheit, sich an der öffentlichen Badestelle am Point Tigné zu sonnen oder in der Badezone ein erfrischendes Bad zu nehmen.
Viele von uns nutzen dann auch die Gelegenheit, am frühen Abend ein köstliches Mahl in einem der zahlreichen Restaurants Sliemas einzunehmen, andere sparten es sich für den späteren Abend auf, denn um 20:30 Uhr folgte das Thema „Valletta bei Nacht“.
Alle trafen sich pünktlich am Fährschiffanleger, um ein letztes mal während dieser Profilreise nach Valletta überzusetzen. Jede/r hatte die Möglichkeit, in jeweils kleinen Teams die Altstadt bei Dunkelheit anzuschauen, essen zu gehen oder ein Café oder eine Eisdiele zu besuchen. Beeindruckend ist, dass die Hauptstraßen (Republic Street/Triq Ir-Repubblika) und Merchant Street/Triq Il-Merkanti) auch abends bevölkert sind, während die zahlreichen, rechtwinklig dazu angeordneten und oft stielen Gassen ehr menschenarm sind, teilweise regelrecht verlassen wirken. Hier wird ein deutlicher Sanierungsstau sichtbar. Viele Einwohner verlassen Valletta aus unterschiedlichen Gründen und ziehen ins Umland, was besonders in der historischen Bausubstanz der Altstadt zu massivem Leerstand führt.

Blick auf Vallettas Altstadt kurz vor dem Ablegen in Sliema
Blick hinab in die Triq Id-Dejga von der Triq In-Nofsinhar
Wohngebäude am Nordende der Triq In-Nofsinhar

Um 23:30 Uhr ging es mit der Fähre wieder zurück nach Sliema. Dort angekommen besuchten alle noch eine Bar auf, in wir auf Johannes’18. geburtstag bei Espr4esso, Coke oder Cocktail anstießen.

 

Mittwoch,27. September 2017

Nach Aufstehen und Frühstück ging es daran, den Koffer zu packen und die Apartments aufzuräumen. Um 9:40 Uhr war das Treffen in der Lobby, denn um 9:55 Uhr wartete unten an der Hauptstraße der Bus, der uns zum Flughafen fuhr. Es gab einen letzten Blick auf die Altstadt Vallettas, dann folgte die knapp 30-minütige Fahrt zum Flughafen, dabei musste mancher Stau überwunden werden.

Ein letzter Blick auf Valletta

CheckIn und Security Check verliefen zügig und problemlos, auch das Boarding erfolgte pünktlich. Dann jedoch musste Geduld aufgebracht werden, denn ein Gewitter verhinderte vorerst den Start aller Flugzeuge auf Malta.
Mit einer Verspätung von 70 min. begann dann der Flug Richtung Frankfurt, das wir natürlich zu spät erreichten, um den gebuchten Anschlussflug zu bekommen. Unsere komplette Gruppe war aber noch vor unserer Ankunft in Frankfurt auf den übernächsten Flug nach Hamburg (um 18:00 Uhr) umgebucht worden. Dort kamen wir dann um 19:05 Uhr am Terminal 2 an. Da das Gepäck für Hamburger Verhältnisse ungewöhnlich schnell auf dem Gepäckband herausrollte, endete schon bald nach der Landung eine 5-tägige, in allen Belangen erfolgreiche Profilreise, von der alle mit vielen tollen Eindrücken zurückgekehrt waren.